Stuttgart ( ddp ). " Älterwerden ist ein Prozess, alt sein ein Endzustand. " Selbst mit fast 75 betrachtet sich Hartmut Radebold nicht als " alt ". Dass er älter wird, bemerkt er jedoch sehr wohl : Für vieles brauche er nun länger und er müsse nun eine Mütze gegen Sonnenbrand tragen. Seine Erfahrungen, die vielen Fragen, die sich beim Älterwerden stellen, sowie seinejahrzehntelangeErfahrung als aufs Alter spezialisierter Psychoanalytiker brachten ihn nun dazu, ein Buch zu schreiben – zusammen mit seiner Frau, die mit 67 ebenfalls schon erste Erfahrungen mit dem Älterwerden gemacht hat. Die Idee hinter " Älterwerden will gelernt sein " : anderen zu helfen, das Altern nicht als statische Phase am Lebensende zu betrachten, sondern aus der noch verbleibenden Zeit das Beste zu machen. Dazu gehört vor allem, die eigenen Situation zu klären. Dabei hilft das Buch mit konkreten Frage-Kästen zu verschiedenen Themen. So macht man sich bewusst, was man vielleicht jahrelang als gegeben hingenommen hat : Wie steht es um die persönlichen Beziehungen ? Will ich noch Sexualität und wenn ja, in welcher Form ? Welche Ziele habe ich ? Eindeutiger Tenor : Es ist nie zu spät, etwas Neues zu beginnen – sei es, ein Instrument zu lernen oder eine Meditationstechnik kennenzulernen.

Hartmut Radebold : " Älterwerden will gelernt sein ", Klett-Cotta-Verlag, 2009, 19, 90 Euro,

ISBN, 978-3608945263