Herne ( ddp ). Gerade ältere Menschen greifen gerne zu einem frei verkäuflichen Abführmittel, wenn ihre Verdauung mal einen Tag lang aussetzt. Doch das ist gar nicht nötig, erläutert der Herner Gastroenterologe Dietrich Hüppe, Vorsitzender des Berufsverbandes der niedergelassenen Gastroenterologen : " Was den Stuhlgang angeht, ist alles zwischen dreimal täglich und jeden dritten Tag völlig normal ", betont er.

Angebracht sind Verdauungshilfen erst, wenn der Betroffene wirklich unter einer chronischen Verstopfung leidet, die sich auch mit einer ballaststoffreichen Ernährung, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und regelmäßiger Bewegung nicht bessern will. Allerdings sollte man in solchen Fällen auch nicht wahllos irgendetwas einnehmen. Hüppe erläutert : " Zuerst muss festgestellt werden, was und vor allem wo das Problem ist ". Dazu gibt es zum Beispiel den sogenannten Hinton-Test : Man schluckt über sechs Tage 120 Kapseln, die sogenannte röntgendichte Marker enthalten, und schaut am siebten Tag mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung nach, wie viele Marker der Darm noch enthält und wo sich diese befinden. " Sammeln sie sich etwa vor dem Schließmuskel, kann möglicherweise eine kleine Operation helfen ", sagt Hüppe. Sind noch überdurchschnittlich viele Marker über den gesamten Darm verteilt, ist das eher ein Fall für die regelmäßige Einnahme eines Abführmittels.

Sorgen um mögliche Nebenwirkungen der Abführmittel sind heutzutage unnötig.