Hamburg ( ddp / dpa ). Die Belastung mit giftigen Pestiziden in Tafeltrauben ist offenbar rückläufig. Wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace in Hamburg mitteilte, überschritt keine der untersuchten 34 Trauben-Proben die akute Referenzdosis. Werde diese Dosis überschritten, könne bereits der einmalige Verzehr der Früchte zu gesundheitlichen Problemen führen, sagte Michael Santen, Chemie-Experte bei Greenpeace. Bei der ersten Untersuchung im Jahr 2003 hätten noch 14 Trauben-Proben über dem akuten Referenzwert gelegen. 2007 und 2008 sei es jeweils eine Probe gewesen.

Besorgniserregend sind jedoch weiterhin die Mehrfachbelastungen. Sie gelten als toxikologisch bedenklich, weil mögliche Kombinationswirkungen der unterschiedlichen Pestizide auf die menschliche Gesundheit noch weitgehend unerforscht seien. Nur zwei der 30 Proben aus konventionellem Anbau sind unbelastet.

In einer Probe von Real aus Köln wird die gesetzlich erlaubte Höchstmenge für den nervenschädigenden Wirkstoff Chlorpyrifos Greenpeace zufolge überschritten. " Diese Real-Weintrauben gehören nicht in den Handel ", sagte Santen. Eine akute Gefährdung gehe von den Trauben jedoch nicht aus. Greenpeace hat eigenen Angaben zufolge Anzeige gegen Metro, den Mutterkonzern von Real, erstattet.

Bio-Tafeltrauben hätten in dem Test insgesamt gut abgeschnitten, wie auch einige Trauben von Aldi und Tengelmann. Schlusslicht dagegen sei Metro. Die Hälfte ihrer Weintrauben-Proben sei von Greenpeace als " nicht empfehlenswert " eingestuft worden. Bereits am Freitag hatte eine Studie des Landesagrarministeriums Baden-Württemberg aufgezeigt, dass einheimische Trauben erheblich mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln belastet sind. Demnach mussten bei der diesjährigen Kontrolle drei Viertel aller Proben beanstandet werden, weil die zulässige Höchstmenge von Rückständen überschritten wurde. Drei der 21 Proben aus dem Einzelhandel wurden sogar als riskant eingestuft.