Wegen ihrer majestätischen Erscheinung und des reichen Fruchtansatzes wurde die Walnuss früher mit Königswürde und Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Wer zu Hause einen Walnussbaum pflanzen möchte, sollte bedenken, dass dieser vor allem eines braucht : einen großen Garten. Die Echte Walnuss kann eine Höhe von etwa 20 bis 25 Metern erreichen.

München ( ddp ). Glaubt man den alten Erzählungen, eignen sich Walnüsse hervorragend für ein Liebes orakel. Dafür legen Heiratswillige zwei Walnüsse ins Herdfeuer. Bleiben die Nüsse in der größten Hitze beieinander, wird die Ehe gut. Fliegen sie aber krachend auseinander, stehen Turbulenzen ins Haus. Geschichten wie diese zeigen : Die Walnuss hat etwas Geheimnisvolles an sich. Wegen ihrer majestätischen Erscheinung und des reichen Fruchtansatzes wurde sie auch mit Königswürde und Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Ursprünglich war die Walnuss von Westasien bis nach China beheimatet. Von Griechen und Römern wurde die Echte Walnuss ( Juglans regia ) dann nach Europa gebracht, wo sie heute in vielen Gärten wächst und jetzt im Herbst reiche Ernte bringt.

Zur Familie der Walnussgewächse gehören etwa 60 Baumarten, die in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel sowie den Tropen Amerikas und Asiens verbreitet sind. Die Pflanze ist vor allem wegen ihrer Nüsse und als Holzproduzent von wirtschaftlicher Bedeutung. Wer sie zu Hause pflanzen möchte, sollte bedenken, dass ein solcher Baum vor allem eines braucht : einen großen Garten. Die Echte Walnuss kann eine Höhe von etwa 20 bis 25 Metern erreichen. " Der Baum benötigt also Platz, um seine Krone gesund und artgerecht aufzubauen ", sagt Manfred Burghardt vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespfl ege. Der Grenzabstand sollte mindestens vier Meter zum Nachbargrundstück oder zu Mauern oder Wänden betragen.

Bei einer Pflanzung im Garten sei außerdem zu bedenken, dass unter der Krone eines Walnussbaumes nicht viel wächst. Dies liegt zum einen an den gerbstoffreichen Blättern, die nur sehr langsam abgebaut werden und zum anderen an Hemmstoffen, die die Walnuss über ihre Wurzeln abgibt. Darüber hinaus wird der Walnuss aber die Eigenschaft zugeschrieben, Fliegen und andere Insekten zu vertreiben. " Deshalb ist der Platz unter einem Walnussbaum ein idealer Schattensitzplatz, an dem störende Insekten kaum zu fi nden sein werden ", erklärt Burghardt.

" Der Pfl anzzeitpunkt für einen Walnussbaum sollte erst sehr spät ab etwa November gewählt werden ", rät Baumschulist Dirk König aus dem niedersächsischen Brüggen. Walnussbäume besitzen einen sehr starken Saftfl uss im Inneren ihrer Äste und Zweige. An den Schnittstellen neigen sie bei einer zu frühen Umpfl anzung zum Ausbluten. Auch der Verkauf in Baumschulen und Gärtnereien erfolgt daher meistens zu kühleren Wetterbedingungen, wenn schon alle Blätter vom Nussbaum abgefallen sind und die Bäume sich in der Wachstumsruhephase befinden. " Das Beschneiden in der kalten Jahreszeit verhindert zudem, dass verstärkt Bakterien, Viren und Pilze in die frischen Schnittstellen eindringen und den Walnussbaum schneller mit Krankheiten infi - zieren und schädigen können ", sagt König.

Anfällig für Blattfl ecken sind Walnussbäume nahezu immer. Dafür können Pilze oder Bakterien verantwortlich sein. " Eine chemische Bekämpfung dieser Blattfl eckenkrankheiten im Hausgarten ist nicht möglich, da es kein zugelassenes Mittel gibt ", erklärt Manfred Burghardt. Gartenbesitzern bleibe nur die Möglichkeit, Falllaub und infi zierte, abgefallene Früchte regelmäßig zu entfernen. " Ebenfalls ist darauf zu achten, dass die Blätter rasch abtrocknen können, also eher eine freie und winddurchlässige Lage gewählt wird ", erklärt Burghardt die Bedeutung eines guten Standortes. Auch durch die Wahl robuster Sorten könne der Grundstein für langjährige, regelmäßige und gesunde Ernten gelegt werden. Trockene, heiße Sommer und nicht zu strenge Winter lassen Walnüsse am besten gedeihen.

Wirklich reif sind sie aber erst, wenn sie sich aus der Schale lösen oder vom Baum fallen. Man sollte die Nüsse nicht vom Baum schlagen.

Rheingauer Walnuss ( Nr. 26 ) : trägt ohne Fremdbestäubung ; Nuss mittelgroß, leicht zu öffnen ; später Austrieb ; trägt reich und regelmäßig ; eine der besten deutschen Sorten Moselaner Walnuss ( Nr. 120 ) : Nuss groß bis sehr groß ; gering spätfrostgefährdet ; für den allgemeinen Anbau empfehlenswert ; für den freien Stand eine der besten deutschen Sorten Weinheimer Walnuss ( Nr. 139 ) : trägt ohne Fremdbestäubung ; Nuss mittelgroß, guter Geschmack ; gute fruchtbare Sorten in allen Lagen ; Blüte kaum spätfrostgefährdet ; Ertrag setzt früh ein Apollo : trägt ohne Fremdbestäubung ; Nuss leicht lösend, wohlschmeckend ; mittelstark bis stark wachsend ; geeignet für mittlere und warme Lagen Esterhazy II : trägt ohne Fremdbestäubung ; Nuss mittelgroß bis groß, sehr guter Geschmack ; Baumkrone ausladend, hoher Platzbedarf ; eine der besten Sorten für warme Lagen Mars : trägt ohne Fremdbestäubung ; Nuss hell strohgelb, wohlschmeckend ; mittelstark wachsend ; sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten ; geeignet für warme Lagen Weinsberg 1 : Nuss groß, mit dünner Schale, wohlschmeckend ; Ertrag früh einsetzend ; durch kleine Baumkrone für Hausgarten geeignet Wunder von Monrepos : Neuzüchtung ; Nuss groß, Geschmack sehr gut, kräftig nussig ; Baum mit kräftigem Wuchs ; klimatisch robust ; widerstandsfähig gegen Krankheiten