Millionen Deutsche reisen jedes Jahr in ferne Länder. Je nach Reiseziel drohen ernsthafte gesundheitliche Risiken. Deshalb ist es ein wichtiger Bestandteil der Reiseplanung, sich frühzeitig über Gesundheitsgefahren im Reiseland und ihrer Vorbeugung zu informieren. Doch wie sieht es mit der Infektionsgefahr vor der eigenen Tür aus? Ob im eigenen Garten oder im Urlaub: Gefahren durch Infektionen, die eigentlich vermeidbar sind, lauern überall.

Tetanus – an die Auffrischung gedacht? So haben mehr als die Hälfte aller Deutschen keinen ausreichenden Impfschutz gegen Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt. Dabei lauert die Gefahr einer Infektion buchstäblich überall: Schon kleine Bagatellverletzungen, z. B. ein Pikser oder eine Schramme bei der Gartenarbeit, können ausreichen, dass gefährliche Tetanus-Erreger in den Körper gelangen.

Dort bilden sie einen gefährlichen Giftstoff, der bei nicht geimpften Betroffenen schwere Muskelkrämpfe auslöst. Erste Symptome einer Infektion sind Muskelschmerzen, Unruhe und Schlafstörungen. In einem späteren Stadium erstarren die Muskeln, zunächst in der Gesichtsregion, anschließend im ganzen Körper. Selbst bei modernen Therapiemöglichkeiten verlaufen etwa zehn bis 20 Prozent der Erkrankungen tödlich.

Kinderlähmung – Impfschutz immer noch wichtig! Seit Juni 2002 gilt Europa offiziell als Gebiet, in dem die Kinderlähmung (Poliomyelitis) ausgerottet ist. Doch nach wie vor empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) vom Robert Koch-Institut eine Impfung gegen Polio. Denn Experten halten das Risiko für hoch, dass durch die große nationale und internationale Reisetätigkeit das Poliovirus nach Europa wieder eingeschleppt wird und sich aufgrund bestehender Impflücken weiter verbreitet. Als besonders gefährdet gelten Staaten am Balkan. Derzeit ist Polio in verschiedenen Ländern Asiens und Afrikas verbreitet, zum Beispiel in Nigeria, Ägypten, Indien und Pakistan. Was viele nicht wissen: Die Gefahr von Polioausbrüchen besteht sogar für beliebte Urlaubsländer wie Griechenland und die Türkei.

Nach der Grundimmunisierung im Kindesalter sollte der Impfschutz alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Empfehlenswert ist ein Vierfach-Impfstoff, der vor Infektionen mit Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung (Polio) schützt.