Bruchsal (dpa) l Ein Mix aus leichter Fruchtsäure mit Süße und eine tolle rote Farbe: Die Erdbeere nennen wohl besonders viele Menschen als Lieblingsfrucht. Und supergesund ist sie auch: „Erdbeeren enthalten mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte, wie zum Beispiel Orangen. Schon 100 Gramm decken unseren Tagesbedarf“, sagt die Food-Journalistin und Buchautorin Inga Pfannebecker. Außerdem enthalte die Erdbeere Folsäure, die in anderen Lebensmitteln selten vorkomme.

Der hohe Wassergehalt macht die Beere besonders an heißen Tagen beliebt und ist der Grund, warum sie kaum Kalorien enthält. Er macht die Frucht aber auch druckempfindlich. „Um lange Transportwege zu meiden, sollte man auf regionale Produkte vertrauen“, sagt Simon Schumacher vom Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer.

Beim Kauf sollte die Erdbeere eine pralle Form besitzen, süßlich duften und grüne Kelchblätter haben. „Wer ganz sicher gehen will, kauft die Früchte direkt auf dem Hofladen oder an einem der Erdbeerenstände an der Straße“, sagt Schumacher.

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Windbeutel mit Erdbeer-Füllung

Insbesondere süße Rezepte sind mit frischen Erdbeeren beliebt. Pfannebecker rät beispielsweise zu Windbeuteln mit Ricotta-Erdbeeren-Füllung. Und das geht so: Für die Windbeutel 125 ml Milch, 50 g Butter, eine Prise Salz, 200 g Mehl und vier Eier zusammenrühren und den entstandenen Teig in einen Spritzbeutel geben. Dann in gleichmäßiger Größe mehrere Tuffs auf ein Backblech spritzen und circa 35 Minuten backen.

Nach dem Backen im Ofen können die Windbeutel aufgeschnitten werden. Für die Füllung 250 g Ricotta mit etwas Honig und Zitronenschale verrühren. Anschließend die Paste auf die aufgeschnittenen Windbeutel geben. Die Erdbeeren halbieren oder vierteln und oben auf der Paste verteilen. Schließlich kann den Windbeuteln ihr Deckel aufgesetzt werden, und sie sind verzehrfertig.

Im Gegensatz zu vielen anderen Früchten reifen Erdbeeren nicht nach. Deshalb sollten sie bereits beim Kauf den richtigen Reifegrad besitzen. „Bei grünlichen Stellen sind die Erdbeeren noch nicht reif. Dunkle Verfärbungen deuten auf überreife Früchte hin, auch diese sollte man nicht kaufen“, rät Pfannebecker. Mit dem idealen Reifegrad seien die Erdbeeren dann etwa ein bis zwei Tage haltbar. Das Einfrieren der Erdbeeren verlängert die Haltbarkeit der Früchte bereits auf ungefähr ein Jahr. Oder man kann die Erdbeeren erst pürieren und das Püree einfrieren. „Taut man die Früchte später wieder auf, sind sie ohnehin matschig. Zum rohen Verzehr eignen sie sich dann weniger“, sagt Pfannebecker. Besonders geeignet sind die Erdbeeren in dieser Form aber für andere Rezepte wie Tortenfüllungen oder Kompott.

Neben der herkömmlichen Marmelade kann man Erdbeeren auch als Sirup, Chutneys oder Konfitüren länger haltbar machen. „Dabei passen Erdbeeren hervorragend zu Rhabarber, Johannisbeeren, Sauerkirschen, Aprikosen oder Holunder. Auch ein Schuss Holunderblütensirup, Likör oder Obstbrand verleiht der Konfitüre nach dem Kochen eine ganz besondere Note“, sagt Petra Elzholz, Projektleiterin Einmachen der Dr. Oetker Versuchsküche. Im Sommer schmecken Erdbeeren zum Grillen in selbstgemachten, pikanten Soßen. Dafür bieten sich insbesondere Chutneys an: „Das sind süß-saure, zuweilen auch scharfe Soßen, die sich vielseitig einsetzen lassen. Chutneys schmecken hervorragend zu Käse, Fleisch, Reisgerichten oder Fondue“, sagt Elzholz.

Chutney nach madagassischer Art

Für ein Chutney nach madagassischer Art empfiehlt Elzholz 800 g Erdbeeren zu waschen und in feine Stücke zu schneiden. Außerdem 200 g Zwiebeln abziehen und fein würfeln. Die Erdbeeren, Zwiebeln und 125 ml Himbeeressig in einem Topf mit Gelierzucker zehn Minuten kochen. Das Chutney schließlich mit Salz und Pfeffer abschmecken und zu Fleisch oder in Kombination mit Ziegenkäse servieren. So lassen sich die Erdbeeren auch lange nach der Saison noch genießen.