Berlin - Sie sind praktisch als Wind- und Sichtschutz oder als Stütze an bepflanzten Hängen. Aber Trockenmauern im Garten sind auch hübsch, denn sie können bepflanzt werden. Hobbygärtner können sich diese Wälle selbst bauen.

Eine bepflanzte Trockenmauer kann man einfach und ohne großen Aufwand selbst errichten, Steine werden ohne Mörtel aufeinandergeschichtet. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt, wie das geht:

Das Material: Für Trockenmauern bieten sich Natursteine aus Steinbrüchen oder dem Fachhandel an. Auch alte Ziegel aus Bauschutt lassen sich nutzen.


Der Plan: Eine frei stehende Trockenmauer sollte nicht höher als 1,20 Meter bei einer Neigung von etwa 10 Prozent werden, da sie sonst umzustürzen droht. Idealerweise steht die Mauer in Ost-West-Richtung. So hat sie eine Schatten- und eine Sonnenseite, wodurch sich die Vielfalt der Tiere und Pflanzen erhöht.


Das Vorgehen: Die Steine werden passend aufeinandergeschichtet. Größere Fugen können mit Blumenerde aufgefüllt und mit geeigneten Pflanzen besetzt werden. Der BUND rät zum Beispiel für die Sonnenseiten zu Igelpolster, Steintäschel, Hungerblümchen, Pfingst- und Geröll-Nelke sowie mediterranen Kräutern. Für die Schattenseite eignen sich Mauerraute, Gelber Lerchensporn, Waldbeeren, Felsenteller und einheimische Farne. Am besten werden aber auch einige Spalten und Ritzen freigelassen, denn Tiere finden hier Unterschlupf, andere suchen darin Nahrung.


Der Extra-Tipp: "Abhängig von der Steinart werden Mauern erst richtig schön, wenn sie von Moosen und Flechten überwachsen sind", erklärt Herbert Lohner, BUND-Experte für Naturgärten. "Das dauert aber, gerade Flechten wachsen sehr langsam." Er hat einen Tipp, wie man das beschleunigt: Etwas Moos- oder Flechtenmaterial nehmen und zusammen mit einem 500-Gramm-Becher Buttermilch im Küchenmixer zerkleinern. Die Mischung kommt über die Steinmauer. Passe die Chemie des jeweiligen Steinuntergrunds für die Moos- oder Flechtenart, wachsen innerhalb kürzester Zeit farbige Pflanzenpolster auf der Mauer, so Lohner.


Die Alternative zur Trockenmauer: "Auch aus Drahtgabionen gebaute Gartenmauern im modernen Stil eignen sich hervorragend als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, die von Haus aus auf Felsstandorte spezialisiert sind", erläutert Lohner. Wichtig sei hier nur, mit verschiedenen Steinmaterialien und -größen, Erd- und Sandfüllungen eine Vielzahl von unterschiedlichen Mini-Lebensräumen zu schaffen. "An den Mauerfuß kann man auch noch ungefüllte Stockrosen oder Königskerzen setzen, und das Leben im Fels kann beginnen", so der Experte.