Juckende, gerötete und geschwollene Augen können das Leben zur Qual werden lassen. Über die Ursachen und die Behandlungsmöglichkeiten informierten sich viele Sachsen-Anhalter gestern in einem Volksstimme-Telefonforum mit Augenärzten des Uniklinikums. Uwe Seidenfaden stellte einige Fragen und Antworten zusammen.

Frage : Morgens sind meine Augenränder oftmals gerötet, geschwollen und verklebt. Ich habe schon verschiedene Salben ausprobiert, aber sie haben mir nicht wirklich geholfen. Was kann ich noch tun ?

Antwort : Mit zunehmendem Alter verändert sich oftmals die Qualität des Sekretes der Drüsen, die sich an der Lidkante, in der Nähe der Wimpern, befinden. Dadurch kann es zur Verstopfung der Drüsen kommen, wonach häuf g auch Hagelkörner entstehen. Wichtig ist deshalb eine tägliche Lindrandhygiene, wie beim Zähneputzen morgens und abends. Legen Sie dazu einen lauwarmen Waschlappen auf die Augen, so dass die verklebten Stellen und das Drüsensekret aufgeweicht werden. Säubern Sie dann mit Wattestäbchen, die mit lauwarmem Wasser befeuchtet sind, die Lidränder. Sie sollten die Lindrandhygiene regelmäßig am Morgen und am Abend durchführen – und zwar dauerhaft wie beim Zähneputzen.

Frage : Erst bemerkte ich einen kleinen gelben Punkt an einem Augenlid meiner Tochter. Dann beklagte sie ein Druckgefühl. Sie reibt sich oftmals die Augen. Wie kann ich ihr helfen ?

Antwort : Wahrscheinlich handelt es sich um eine akute bakterielle Entzündung der Lidranddrüsen. Der Volksmund spricht von einem Gerstenkorn. Dem zu Grunde liegt meist eine Verstopfung der Tränenausgänge, die eine bakterielle Entzündung begünstigt. In einem frühen Erkrankungsstadium helfen oftmals antibiotische Augentropfen oder Salben, die Ihnen der Augenarzt nach vorheriger Diagnose verschreiben kann. Ist der Abszess schon weit fortgeschritten, kann er mit Rotlicht zum Aufplatzen gebracht werden, so dass der Eiter abfließt. Dreimal täglich Rotlicht für je 20 Minuten sollte ausreichen.

Fragen : Ich habe sehr häuf g tränende Augen. Der Augenarzt sprach aber davon, dass ich ein trockenes Auge habe. Das habe ich nicht verstanden.

Antwort : Ein trockenes Auge entsteht dadurch, dass zu wenig Tränenflüssigkeit produziert wird, oder dass die Tränenflüssigkeit nicht richtig zusammengesetzt ist. Das ist ein sehr häufiges Problem, insbesondere bei älteren Menschen. Stellen Sie sich vor, ein Motor wird nicht mehr mit dem richtigen Ölgemisch geschmiert. Dann knirscht es und es kommt zu Problemen. Beim Auge kommt es zu Bindehautentzündungen, wenn die Tränenflüssigkeit nicht richtig zusammengesetzt ist. Die Drüsen versuchen das auszugleichen, indem sie mehr Flüssigkeit produzieren. Dadurch tränt ein trockenes Auge sehr häuf g.

Frage : Bei meiner Tochter treten Bindehautentzündungen meist im Frühling und Sommer auf. Ist das eine Allergie ?

Antwort : Das ist sehr gut möglich, insbesondere wenn die Augen dabei jucken. Pollen, Tierhaare oder Hausstaub können zu tränenden und juckenden Augen führen. Bei einer allergischen Bindehautentzündung kann der Arzt antiallergische Augentropfen verschreiben. Sie helfen, die Symptome zu lindern.

Frage : Unsere kleine Enkeltochter hat eine Bindehautentzündung. Der Arzt empfahl auch ihren Eltern und uns eine gründliche Handhygiene. Warum ? Und wann ist mit einer Besserung zu rechnen ?

Antwort : Infektiöse Bindehautentzündungen sind ansteckend. Die Verursacher sind Bakterien oder Viren. Typisch sind ein eitriges Augensekret und stark verklebte Lider. Der Patient reibt sich die Augen und gibt dann die Infektion mit jedem Händedruck weiter. Wenn eine infektiöse Bindehautentzündung mit antibiotischen Augentropfen behandelt wird, tritt eine Linderung oftmals schon nach ein bis zwei Tagen auf.

Frage : Ich hatte früher nie Probleme mit Bindehautentzündungen. Das änderte sich, nachdem ich Medikamente einnehmen muss. Was empfehlen Sie mir ?

Antwort : Verschiedene Arzneimittel können bei längerer Einnahme die Tränenproduktion beeinträchtigen. Ein Beispiel sind verschiedene Schlafmittel, sogenannte Beta-Blocker bei Herzkreislauferkrankungen oder die Antibaby-Pille. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, Tränenersatzmittel anzuwenden.

Frage : Warum raten Augenärzte und Optiker, bei einer Erkältung oder Grippe keine Kontaktlinsen einzusetzen ?

Antwort : Bei einer Erkältung oder Grippe können Keime in das Auge wandern und sich an der Linse festsetzen. Deshalb sollte man in diesem Fall lieber die Brille aufsetzen.

Frage : Ich habe seit einigen Wochen stark entzündete Augenlider, wodurch mir sogar die Wimpern ausfallen. Was kann die Ursache sein ? Wie sollte ich mich verhalten ?

Antwort : Wenn zu der Lidrandentzündung auch ein Ausfall der Wimpern kommt, handelt es sich wahrscheinlich um eine Hauterkrankung. Gehen Sie zum Hausarzt, der Sie, wenn notwendig, an einen Hautarzt überweisen wird.

Frage : Manchmal scheinen vor meinem Auge Mücken zu schweben. Mein Augenarzt führt das auf eine altersbedingte Glaskörperablösung zurück. Muss ich mir Sorgen machen, blind zu werden ?

Antwort : Wenn Ihr Augenarzt einen krankhaften Befund am Augenhintergrund ausschloss, können Sie von einer harmlosen Abhebung des Glaskörpers von der Netzhaut ausgehen. Der Glaskörper schrumpft im Verlauf des Lebens etwas. Dadurch kann es im fortgeschrittenen Alter zu einer hinteren Abhebung des Glaskörpers von der Netzhaut kommen. Es besteht kein Grund zur Sorge, dadurch blind zu werden. Anders ist es, wenn zusätzlich einseitig Blitze oder Funken auftreten. Dann besteht der Verdacht, dass sich ein Netzhautloch bildet, wodurch sich eine Netzhautablösung entwickeln kann. Das ist eine Notsituation, bei der Sie sofort zum Augenarzt gehen sollten.

Frage : Seit kurzem habe ich Zuckungen am rechten Augenlid. Anfangs habe ich das kaum beachtet, aber inzwischen macht mich das Zucken doch nervös. Wie gefährlich ist das ?

Antwort : Muskelzuckungen am Augenlid sind oftmals harmlos und bedingt durch vermehrte Überempfindichkeit der Nerven, wie sie bei Anstrengungen und Stress vorkommen können. Die Symptome verschwinden wieder in Ruhe.

Frage : Ich habe immer trockene Augen und hatte vor vielen Jahren Tropfen von der Augenärztin bekommen. Ich weiß aber nicht mehr, wie sie heißen. Deshalb nehme ich seit einiger Zeit Spucke. Sollte ich das weiter machen ?

Antwort : Das sollten Sie nicht tun. Die Mundflüssigkeit enthält zahlreiche Bakterien, die für den in der Mundhöhle beginnenden Verdauungsprozess wichtig sind. Im Auge können diese Bakterien zu Entzündungen führen. Besser ist es, sogenannte künstliche Tränen zu nehmen. Sie ähneln in der Zusammensetzung der natürlichen Tränenflüssigkeit, und sind frei in der Apotheke erhältlich.