Tipps zur Unfallvermeidung

Baby nie allein auf dem Wickeltisch liegen lassen, vor dem Wickeln alles in Griffnähe legen.

Keine Puderdose auf den Wickeltisch stellen, beim Einatmen des Puders besteht Erstickungsgefahr.

Baby in den ersten Lebensmonaten nicht auf ein Kopfkissen legen.

Keine Spielketten über das Bettchen spannen, es besteht Erdrosselungsgefahr. Keine kleinen Gegenstände wie Nüsse, Perlen, Münzen, Knopfbatterien herumliegen lassen.

Babys keine Halsketten umlegen, auch den Schnuller nicht um den Hals hängen.

Beim Tragen des Kindes in der Tragetasche nicht Schlenkern.

Quelle: "Kommission Unfälle im Kindesalter" der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte und der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie

Von Bauchschmerzen bis zum verschluckten Kaugummi reichten die Fragen der Leser, die gestern beim Volksstimme-Telefonforum anriefen. Ein Kinderarzt und ein Kinderchirurg des Uni-Klinikums gaben zwei Stunden lang Auskunft. Uwe Seidenfaden stellte einige Fragen und Antworten zusammen.

Frage: Ist es eigentlich gefährlich, wenn ein Kind einen Kaugummi verschluckt? Kann es zu einem Darmverschluss kommen?

Antwort: In der Regel durchläuft Unverdauliches wie ein Kaugummi in wenigen Tagen den Magen-Darm-Trakt und wird dann ausgeschieden. Eine Besonderheit sind verschluckte Knopfzellen. Sie sollten von einem Kinderchirurgen schnell endoskopisch entfernt werden, weil sie zu Geschwüren im Darm führen können. Grund ist die schwache Spannung, die die Batterien abgeben. Ein Darmverschluss durch Kaugummi ist nur dann möglich, wenn man sehr viel davon schluckt.

Frage: In jüngster Zeit wurde viel über die Gefährlichkeit von Überraschungseiern für Kleinkinder berichtet. Wie sollte man sich als Elternteil nun verhalten?

Antwort: Kindkinder erkunden ihre Umwelt gern mit dem Mund. Deshalb besteht bei Kindern im Alter von bis zu drei Jahren durchaus die Möglichkeit, dass sie Bauteile aus den Überraschungseiern verschlucken oder dass sie in die Atemwege gelangen. Ob man deshalb gleich die Überraschungseier gesetzlich verbieten sollte, ist eine andere Frage. Wir würden Eltern von Kindern bis zu drei Jahren raten, die Überraschungseier immer zusammen mit dem Kind auszupacken und die Bauteile zusammenzusetzen.

Frage: Bei meinem sechsjährigen Sohn hat die Hebamme einen Nabelbruch festgestellt. Sollte er operiert werden?

Antwort: Nabelbrüche verschwinden oft von alleine. Eine Operation ist bei Kindern unter drei Jahren selten notwendig. Sollte der Nabelbruch dann noch bestehen, sollten Sie einen Kinderchirurgen konsultieren. Auf keinen Fall sollten Sie Pflaster oder Tupfer auf den Nabelbruch kleben. Dadurch kann es zu Abklemmungen des Darmes und Hautreizungen kommen.

Frage: Meine fünfjährige Tochter leidet unter einer schmerzhaften Mittelohrentzündung. Sollte man in diesem Alter schon ein Paukenröhrchen legen?

Antwort: Bei häufigen oder schwer ausheilbaren Mittelohrentzündungen kann es zu dauerhaften Schädigungen des Innenohrs kommen. Indem man mit einem dünnen Röhrchen das Trommelfell durchsticht und den Eiter ablaufen lässt, wird dieses Risiko verringert. Wenn die Entzündung sich gebessert hat, wird das Paukenröhrchen wieder entfernt. Das Trommelfell heilt danach ab. Der Eingriff wird ambulant und bei kleinen Kindern unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Frage: Warum soll man nach einer Scharlach-Erkrankung eine Kontrolle des Urins machen lassen?

Antwort: Das ist durchaus zu empfehlen, denn in seltenen Fällen kann es beim Scharlach zu einer Nierenerkrankung kommen.

Frage: Unsere Tochter hatte im vergangenen Jahr einen Knochenbruch. Dabei haben die Ärzte eine Knochenzyste festgestellt. Sie ist seither noch etwas größer geworden. Sollte man weiter abwarten oder operieren?

Antwort: Knochenzysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume im Knochen. Sie können spontan ausheilen. Das dauert aber sehr lange. Man kann die Zyste auch mit einer Titan-Nagelung chirurgisch versorgen. Dadurch läuft die Flüssigkeit ab und der Knochen wird gleichzeitig stabilisiert. In mehr als der Hälfte der Fälle heilt die Zyste dadurch aus. Wenn das nicht der Fall ist, kann man sie mit einer Knochentransplantation füllen.

Frage: Mein fünfjähriger Enkel nässt noch immer ins Bett. Müssen wir uns Sorgen machen?

Antwort: Wenn das Kind unter fünf Jahren ist, kann man noch abwarten. Bei einem älteren Kind würden wir schon zu einer Therapie nach vorheriger diagnostischer Abklärung möglicher organischer Ursachen raten.

Frage: Bei unserem Sohn musste der Harnleiter vorübergehend nach außen verlegt werden. Er bekommt zusätzlich Medikamente zur Infektionsvermeidung. Sie schlagen ihm auf den Magen. Muss er sie weiter einnehmen?

Antwort: Wenn vorübergehend ein permanenter Abfluss für den Urin geschaffen wurde, besteht für das Kind ein erhöhtes Infektionsrisiko. Dadurch kann es zu Entzündungen kommen, die unter Umständen zu Nierenschädigungen führen können. Um dieses Risiko zu mindern, müssen Medikamente eingenommen werden. Sie können Magenbeschwerden verursachen. In diesem Fall kann der Arzt jedoch zusätzlich Medikamente verschreiben, die den Magen schützen. Auf keinen Fall sollten Sie die infektionshemmenden Medikamente selbst absetzen. Wenn der Harnleiter zurückverlegt wurde, kann man die Medikamente weglassen.

Frage: Was kann man gegen Milchschorf bei einem vier Monate alten Baby tun?

Antwort: Sie sollten Kinderöl auf die betroffenen Hautstellen geben und es dananch vorsichtig mit lauwarmem Wasser abwaschen. Wichtig ist auch, dass es in der Wohnung nicht zu trocken und zu warm ist. Die Temperatur in der Nacht sollte unter 20 Grad liegen. In den meisten Fällen geht der Milchschorf von alleine wieder weg.

Frage: Was sollte man bei Verbrennungen mit heißen Flüssigkeiten wie Wasser, Kaffee oder Tee tun?

Antwort: Bei Säuglingen und Kleinkindern kann schon eine heiße Tasse mit Wasser, Kaffe oder Tee zu Verbrühungen führen. Der Inhalt einer Tasse reicht aus, um 30 Prozent der Körperoberfläche eines Säuglings zu schädigen. Bei Verbrühungen sollte man die Wunde mit kalten Wasser kühlen. Das Wasser sollte nicht kälter als 15 Grad sein. Mehl, Zahnpasta oder Öl dürfen auf keinen Fall auf Brandwunden gegeben werden. Vorbeugend ist zu empfehlen, auf Tischdecken zu verzichten. Man sollte nichts Heißes trinken, während man ein Kind auf dem Schoß oder Arm hat. Auch sollte man einen Wasserhahn nie auf ganz heiß stehen lassen. Heizdecken haben in Kinderbetten nichts verloren.