Der Sommer ist die Zeit, in der viele ihren Kleingarten genießen. Trotzdem gibt es immer etwas zu tun. Von der richtigen Bewässerung über die Kompostierung bis zur Parasitenbekämpfung reichten die Fragen, die unseren Experten vom Landesverband der Gartenfreunde e. V. im gestrigen Volksstimme-Telefonforum zu beantworten hatten. Lesen Sie eine Zusammenstellung von Fragen und Antworten.

Frage: In diesem Jahr ist die Petersilie bei mir gar nicht richtig gewachsen. Woran kann es liegen?

Antwort: Es ist sehr wichtig, die Fruchfolge bei der Petersilie zu beachten. Petersilie braucht eine Anbaupause von sieben Jahren. Planzen Sie die Petersilie mal an einer anderen Stelle im Garten an.

Frage: Auf meinen Nachbargrundstück wächst ein Walnussbaum, dessen Zweige schon einen Teil meines Garten beschatten. Kann man diesen Baum prinzipiell beschneiden? Wie weit dürfen die Äste in meinen Garten herüberreichen?

Antwort: Nussbäume kann man beschneiden. Der günstigste Zeitpunkt ist August bis September. Dann blutet der Baum nicht mehr und er wird weniger geschwächt. Sie sollten versuchen, sich mit Ihrem Nachbarn zu einigen. Über die rechtlichen Aspekte informiert die Broschüre "Nachbarschaftsrecht in Sachsen-Anhalt" des Justizministeriums. Sie können die Broschüre bei Ihrem Amtsgericht erhalten.

Frage: Wir wollen in unserem Garten Hibiskus pflanzen. Welcher Boden ist erforderlich?

Antwort: Hibiskus ist recht anspruchslos. Wir empfehlen, Pflanzen im Topf zu kaufen und sie nach dem Einpflanzen gut zu wässern.

Frage: Warum wächst das Gras in diesem Jahr so schlecht? Ich habe es immer gut gewässert. Sollte ich den Boden kalken?

Antwort: Gras sollte man nicht unter fünf Zentimeter beschneiden und weder zuviel noch zu wenig düngen (Herstellerangaben beachten). Zudem empfehlen wir, Gartenkompost aufzubringen. Kalk ist ratsam, wenn der Boden versauert ist. Wir empfehlen, eine Bodenanalyse durchzuführen.

Frage: Wir haben Brombeeren im Garten, die zum Teil nicht richtig ausreifen. Was können wir machen?

Antwort: Wahrscheinlich liegt es an der Brombeermilbe, die man nur unter der Lupe sehen kann. Dagegen hilft nur, die Sträucher zurückzuschneiden und die Abfälle mit dem Hausmüll zu entsorgen. Eine Eigenkompostierung ist möglich, wenn die Kompostrotte eine Temperatur von 70 Grad Celsius erreicht.

Frage: Kann man einen Kiwistrauch herunterschneiden?

Antwort: Das sollten Sie nicht machen. Die Früchte werden erst spät reif und brauchen den Schatten des Blätterwerkes.

Frage: In meinem Garten sind die Weintrauben braun verfärbt. Sie vertrocknen am Strauch. Was ist zu tun?

Antwort: Sie sollten die Früchte abschneiden und entsorgen. Die Ursache ist ein Pilzbefall mit Mehltau. Für das Spritzen ist es jetzt schon zu spät.

Frage: Welche Gartenpflanzen lassen sich durch Wurzelteilung vermehren?

Antwort: Grundsätzlich alle Stauden. Die im Frühjahr und Sommer blühenden Stauden können unmittelbar nach der Blütenbildung geteilt werden. Bei allen anderen ist die Teilung im Frühjahr oder Herbst anzuraten.

Frage: Der Sauerkirschbaum in unserem Garten hat bereits welke Blätter bekommen. Die Triebe trocknen von der Spitze ein und sterben ab. Woran kann es liegen? Was ist zu tun?

Antwort: Ursache ist wahrscheinlich ein Pilz (Monilia). Er infiziert die Gehölze über die Blüte, wächst durch sie in den Trieb hinein und lässt diesen verdorren. Sie sollten die welken Zweige und Äste umgehend bis auf das gesunde Holz zurückschneiden. Geschnitten wird so weit, bis die Schnittfläche hell ist (gesundes Holz) und keine braune Verfärbung mehr zeigt. Das Schnittgut ist über den Hausmüll zu entsorgen. Sonst breitet sich der Pilz weiter aus. Nach der Arbeit sollte die Garten- oder Astschere gut gereinigt werden.

Eine Bekämpfung ist auch mit einem spezifischen Pflanzenschutzmittel möglich. Das sollte, je nach Witterung, von Anfang März bis Ende April erfolgen.

Frage: Was kann man gegen Fraßschäden an Gemüse- und Zierpflanzen durch Schnecken machen?

Antwort: Hilfreich sind zum Beispiel Schneckenzäune, die etwa 15 Zentimeter tief in den Boden rund um die Salat- und Gemüsebeete eingelassen sein müssen. Innerhalb der Schneckenzäune kann man Schneckenkorn ausbringen. Der Wirkstoff belastet den Boden nicht, da er sich in natürliche Bestandteile abbaut.

Frage: An den Blättern der Rosenpflanzen sind kleine gelbbraune Pünktchen zu sehen. Die Blätter verkümmern und fallen ab. Worum kann es sich handeln?

Antwort: Wahrscheinlich handelt es sich um Rosenrost, ein Pilzbefall. Die kranken Blätter sollten Sie entfernen und entsorgen. Spritzen sollte man mit beginnendem Austrieb. Wichtig zur Vermeidung ist eine ausreichende Nährstoffversorgung.

Frage: Wo und wann kann man Obstsorten bestimmen lassen?

Antwort: Der Landesverband wird zum Erntedankfest am 20. und 21. September im Magdeburger Elbauenpark eine Obstsortenbestimmung durchführen. Sie können dann Ihr Obst mitbringen (möglichst drei typische Früchte je Sorte). Es wird von unseren Pomologen bestimmt.

Frage: Ich überlege, ob ich einem Kleingartenverein beitreten sollte. Muss ich besondere Aufgaben im Verein übernehmen? Mit welchen Mitgliedsbeiträgen muss ich rechnen?

Antwort: Wer einen Garten pachtet, muss nicht zwangsläufig besondere Aufgaben im Kleingärtnerverein übernehmen. Es ist aber üblich, dass jedes Mitglied bei allgemeinen Aufgaben wie der Pflege von Wegen und Spielplätzen mit anpackt. Genaueres regeln die Satzungen und die Beschlüsse der Mitgliederversammlung des Kleingärtnervereins. Der Mitgliedsbeitrag wird von jedem Verein in Eigenregie festgelegt. Über die Kosten können Sie sich im jeweiligen Stadt- oder Territorialverband erkundigen.