Auskunft zu Kinderwunsch, Schwangerschaft und Geburt gaben am Dienstag am Volksstimme-Telefon Dr. Evelyn Richter und Dr. Ingrid Nickel vom Kinderwunschzentrum Magdeburg, die Gynäkologin Susann Kleinschmidt aus Magdeburg sowie Silja Fischer, Expertin für die Konservierung von Nabelschnurblut von Vita 34 aus Leipzig. Hier eine Auswahl von Fragen und Antworten.

Frage : Wir wollen schon lange ein Baby, aber es klappt nicht. Welche Kosten würden bei einer künstlichen Befruchtung auf uns zukommen ?

Antwort : Generell zahlen die gesetzlichen Kassen die gesamte Diagnostik. Dann weiß man schon einmal, woran es liegt, dass ein Paar nicht schwanger wird. Einige Behandlungen zahlt dann auch noch die Kasse, bei den meisten Behandlungen zahlt sie aber nur 50 Prozent. Das gilt aber nur, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind : Das Paar ist verheiratet, beide sind mindestens 25 Jahre alt, außerdem muss die Frau jünger als 40 und der Mann nicht älter als 50 sein. Hinzu kommt : Beide müssen HIV-negativ sein.

Frage : Wir bemühen uns seit einem Jahr, ein Kind zu zeugen, leider bisher ohne Erfolg. Sollten wir schon zum Arzt ?

Antwort : Ja, auf jeden Fall wäre eine Diagnostik gut, damit man die Ursache kennt, warum Sie nicht schwanger werden. Dann kann man entscheiden, ob eine Behandlung beginnen sollte.

Frage : Kann ich einfach in ein Kinderwunschzentrum kommen oder brauche ich eine Überweisung ?

Antwort : Die Frau benötigt eine Überweisung Ihrer Gynäkologin oder des Gynäkologen. Zum ersten Termin sollte möglichst der Partner mitgebracht werden. Der Mann braucht eine Überweisung seines Urologen oder des Hausarztes.

Frage : Mein Mann und ich versuchen schon zwei Jahren erfolglos, ein Kind zu bekommen. Was raten Sie uns ?

Antwort : Wenden Sie sich am besten an Ihren behandelnden Gynäkologen. Er wird Sie voraussichtlich an ein Kinderwunschzentrum überweisen. Hier werden spezielle Untersuchungen, wie die Überprüfung des weiblichen Zyklus und der Durchlässigkeit der Eileiter sowie Hormonuntersuchungen durchgeführt. Außerdem wird ein Spermiogramm des Mannes gemacht. Erst wenn diese Untersuchungen abgeschlossen sind, kann eine Therapieempfehlung gegeben werden.

Frage : Ist eine Fruchtwasseruntersuchung gefährlich für den Embryo ? Kann man damit eventuelle Behinderungen zweifelsfrei erkennen ?

Antwort : Bei der Fruchtwasseruntersuchung gibt es ein Fehlgeburtenrisiko von 0, 5 Prozent. Bei dieser Untersuchung können nur bestimmte genetische Erkrankungen des Embryos festgestellt werden.

Frage : Welche Kosten kommen bei einer künstlichen Befruchtung auf uns zu ? Wir sind verheiratet, beide gesetzlich versichert und unter 40.

Antwort : Etwa 1600 Euro müssen Sie für einen Versuch bezahlen, die zweite Hälfte trägt die Kasse.

" Die Vitalität der Spermien lässt sich durchs Nichtrauchen verbessern "

Frage : Meine Freundin hat das Nabelschnurblut für ihr Kind einlagern lassen, damit das Kind später etwas gegen Krebserkrankungen hat. Lässt sich mit Nabelschnurblut wirklich Krebs heilen ?

Antwort : Nein, aber man kann mit Hilfe der Stammzellen des Nabelschnurblutes das blutbildende System nach einer eventuellen Hochdosis-Chemotherapie wieder aufbauen.

Frage : Wir überlegen, ob wir das Nabelschnurblut unseres Kindes nach der Geburt konservieren lassen. Was kann man später mit diesem Blut machen ?

Antwort : In den Stammzellen des Nabelschnurblutes befi nden sich Vorläuferzellen für verschiedene Organe und Gewebe unseres Körpers. Sie können später für die Behandlung von verschiedenen schweren Erkrankungen, zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes Typ I verwandt werden. Auch die Züchtung von Knorpeln, Geweben und Organen aus den eigenen Stammzellen ist in Zukunft vorstellbar. Detaillierte Informationen finden Sie zum Beispiel im Internet unter www. nabelschnurblut. de oder per kostenloser Fach-Hotline unter ( 08 00 ) 034 00 00.

Frage : Wie viel kostet die Einlagerung von Nabelschnurblut ?

Antwort : Die lebenslange Einlagerung kostet einmalig 1990 Euro. Ratenzahlungen sind möglich.

Frage : Gibt es Therapien für den Mann, um die Spermien wieder beweglich zu machen ?

Antwort : Eine gezielte Therapie gibt es nicht. Die Vitalität der Spermien lässt sich bei Rauchern aber oft steigern, wenn sie Nichtraucher werden. Auch die Gabe von Vitaminen und Mineralien, zum Beispiel Zink und Selen, kann sich positiv auswirken. Bei schlechten Spermien ist in der Regel eine künstliche Befruchtung nötig. Bei leichten Einschränkungen der Spermienqualität könnte eine Insemination zum Erfolg führen. Dabei wird ein Konzentrat der Spermienfl üssigkeit durch einen dünnen Katheder zum Termin des Eisprung der Frau schmerzlos in die Gebärmutter gegeben. Bei schweren Einschränkungen kommt eine außerkörperliche Befruchtung, die Mikro-Injektion eines Spermiums in die Eizelle ( ICSI ), in Frage.

Frage : Ich bin im 5. Monat schwanger. Muss ich nur zum Arzt zur Vorsorgeuntersuchung oder kann ich auch im Wechsel zur Hebamme gehen ?

Antwort : Die Vorsorgeuntersuchungen sollten Sie schon beim Arzt durchführen lassen, er ist besser ausgebildet als eine Hebamme, zum Beispiel wenn es um die Auswertung von Laboruntersuchungen oder die Durchführung von Ultraschalluntersuchungen geht. Ich empfehle Ihnen, die Termine für die Schwangerschaftsuntersuchungen bis zur 32. Woche nur beim Arzt wahrzunehmen und sich danach eventuell parallel von einer Hebamme mit betreuen zu lassen.

Frage : Mit meinem neuen Mann möchte ich gern noch ein Kind, bin aber sterilisiert. Kann ich durch eine Operation wieder Kinder bekommen ? Wer trägt die Kosten ?

Antwort : Das ist generell möglich. Die Kasse übernimmt in diesem Fall keinerlei Kosten. Denken Sie daran, vorher ein Spermiogramm Ihres Mannes machen zu lassen. Aber auch eine außerkörperliche Befruchtung wäre zur Erfüllung des Kinderwunsches in Erwägung zu ziehen.