Mehrere ARD-Programme haben am 2. Juni ihre Satelliten- beziehungsweise Kabelkanäle gewechselt. Wer digital über Antenne oder Kabel fernsieht, sollte am DVB-Receiver die neuen Programmplätze einstellen. Wie das funktioniert, erklärten gestern am Volksstimme-Telefon Susi Brandt, Moderatorin des MDR-Magazins " Sachsen-Anhalt Heute ", sowie André Beyer und Jan Pester von der MDR-Technikhotline. Fragen und Antworten notierte Anja Hintze.

Frage: Welche Zuschauer betrifft die Umstellung?

Antwort: Die Umstellung betrifft alle Haushalte, die ihr Fernsehprogramm digital über Satellit und Kabel empfangen. Es ändert sich nichts für Zuschauer, die ARD-Programme über analoge Satelliten- oder Kabelempfänger sehen oder die digitales Fernsehen via Antenne ( DVB-T ), Mobile-TV ( DVB-H, DMB ) oder IPTV ( Internet-Protocol-TV ) empfangen.

Frage: Woran erkenne ich, ob ich analoges oder digitales Fernsehen empfange?

Antwort: Zum Empfang digitaler Signale benötigen Sie einen Digital-Receiver, der in der Regel als Zusatzgerät ( Set-Top-Box ) ausgeführt ist und den man in der Nähe des Fernsehers platziert. Dieser Receiver trägt das DVB-Logo. Die Ausstrahlung erfolgt entweder digital über Satellit ( DVB-S ), Kabel ( DVB-C ), Antenne ( DVB-T ) oder IPTV ( Internet-Protocol-TV ).

Frage: Woran erkenne ich, ob ich digitales Fernsehen über Kabel, Satellit oder Antenne empfange?

Antwort: Zuerst sollten Sie einen Blick auf das Gerät oder in die Bedienungsanleitung werfen. Ist die Empfangsart weiterhin unklar, können Sie von der Anzahl der empfangenen Programme auf die jeweilige Übertragungsart schließen. Beim Empfang von etwa 8 bis 24 Fernsehprogrammen verwendet man in der Regel ein DVB-T-Gerät. Ein Zuschauer mit digitalem Satellitenempfang ( DVB-S ) empfängt weit mehr als 500 TV-Programme. Zuschauer mit digitalem Kabelempfang können auf zirka 30 bis 50 freie Fernsehprogramme und zirka 200 verschlüsselte Sender zurückgreifen.

Frage: Wie funktioniert ein automatischer Suchlauf?

Antwort: Bei den meisten DVB-Receivern muss für den Suchlauf das Installationsmenü aufgerufen werden ( zum Beispiel durch Druck auf die Tasten " Menü " / " Installation " oder " Setup "). Dort wird die Funktion " Programmsuchlauf " beziehungsweise " Sendersuchlauf " angewählt und im nächsten Schritt die automatische Suche gestartet.

Sollte der Sendersuchlauf keinen Erfolg bringen, empfehlen wir Ihnen, den Receiver auf die Werkseinstellung zurückzuversetzen und dann erneut einen Sendersuchlauf zu starten. Anschließend müssen Sie allerdings auch die Video- und Audioeinstellungen und die Sortierung der Programme neu vornehmen.

Frage: Wie ändert sich die Senderliste ( Programmliste ) nach der Umstellung der betroffenen Programme?

Antwort: Die neu gefundenen Programme werden meist am Ende der Senderliste einsortiert. Möchten Sie diese Programme an ihren altgewohnten Plätzen auf der Programmliste speichern, müssen Sie nach Abschluss des Suchlaufs die Programme manuell an den gewünschten Platz verschieben.

Frage: Auf welchem Programmplatz muss ich die Programme speichern?

Antwort: Den Programmplatz können Sie selbst wählen. Jeder Receiver verfügt über ein Menü zum Sortieren der Programme. Dies ist ein manueller Schritt und variiert nach Ihren Vorlieben. Beispiel: Wer sein Drittes Programm weiterhin mit der Taste " 3 " der Fernbedienung anwählen möchte, verschiebt es in der Programmliste auf den Platz Nr. 3.

Frage: Muss ich jedes Programm einzeln speichern?

Antwort: Grundsätzlich ja. Sollte eine Programmliste bearbeitet werden, dann sollten Sie das gewünschte Programm so speichern, dass Sie es leicht finden können.

Frage: Sollte ich die alten Programme manuell löschen, wenn auf den Frequenzen nicht mehr gesendet wird?

Antwort: Sie sollten nach der Speicherung der neuen Programme die alten löschen. Andernfalls enthält die Programmliste Programmplätze, die vom DVB-Receiver als " Kein Signal " oder " Verschlüsselt " angezeigt werden.

Frage: Ich empfange mein Fernsehprogramm über analogen Satellit. Ist es sinnvoll, auf digitalen Empfang umzustellen? Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Antwort: Die analoge Satellitenausstrahlung für die öffentlich-rechtlichen Programme wird voraussichtlich Ende 2010 enden. Dann können Sie diese Programme nicht mehr analog empfangen. Sie können Ihre alte Anlage auf digitalen Empfang umrüsten. Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten, was das kostet. Dann können Sie vergleichen: Eine neue Einzelempfangsanlage gibt es derzeit für unter 100 Euro. Im digitalen Empfang liegt grundsätzlich die Zukunft, er bringt eine größere Programmvielfalt, bessere Bildqualität und alle Regionalprogramme.

Frage: Ich habe einen Kabelanschluss und kann seit dem 2. Juni Phoenix nicht mehr digital empfangen. Was muss ich unternehmen, damit das wieder funktioniert?

Antwort: Normalerweise übernehmen die Kabelnetzbetreiber die neuen Satellitensignale ins Kabelnetz und informieren die Kabelkunden über die Umstellung. Weisen Sie Ihren Kabelnetzbetreiber auf das Problem hin. Wenn Sie auf diesem Weg nicht weiterkommen, können Sie sich auch an die technische Hotline des MDR wenden ( siehe Kasten ). Wenn Sie nicht wissen, wer Ihr Kabelnetzbetreiber ist, fragen Sie Ihren Vermieter oder Ihre Hausverwaltung danach.

Frage : Ich habe einen automatischen Programmsuchlauf vorgenommen, das Gerät findet aber arte, Phoenix, EinsExtra, EinsFestival und EinsPlus nicht. Was soll ich unternehmen?

Antwort: Nehmen Sie einen manuellen Sendersuchlauf vor, folgende Angaben bringen Sie zum Ziel : Satellit Astra 1 KR auf 19,2 Grad Ost ; Downlink-Frequenz ( GHz ) 10, 743 ; Symbolrate ( MSym / s ) 22, 000 ; Fehlerschutz ( FEC ) 5 / 6 ; Polarisation horizontal. Sollte es damit nicht funktionieren, lassen Sie bitte von einem Fachmann Ihre Satellitenanlage überprüfen.

Frage: Kann ich nun auch in Dolby Digital empfangen?

Antwort: Es wurden neue Kapazitäten für Dolby Digital und Hörfilme ( Audio Description ) geschaffen. Dauerhaft empfangen können Sie Dolby Digital im Ersten sowie beim Bayerischen Rundfunk und bei BR-alpha. Es werden spezielle Sendungen in Dolby Digital 5.1 produziert.

Frage: Ändert sich mit dem Programmplatz auch der Inhalt des MDR-Programms?

Antwort: Grundsätzlich ändert sich am Programm-Inhalt nichts. Die Zuschauer profitieren aber von einer breiteren Verfügbarkeit der MDR-Regionalprogramme. Wer bisher mit Digital-Empfang um 19 Uhr die " Länderzeit " gesehen hat, sieht jetzt " Sachsen-Anhalt Heute " und bekommt damit mehr regionale Informationen. Alternativ können Sie auch die Regionalprogramme aus Sachsen und Thüringen empfangen.

Frage: Muss ich mir einen Flachbildschirm anschaffen, damit ich von der besseren Bildqualität profitieren kann?

Antwort: Die Transponderumstellung bringt insbesondere auf großformatigen Flachbildschirmen eine wesentlich bessere Bildqualität als bisher. Auch bei Röhrenbildschirmen verbessert sich das Bild.