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- Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. u.a. mit Ärzteservice Tel.: (0381) 494 95 30 info@dmkg.de

Kopfschmerzen kennt fast jeder. Für manche Menschen sind sie ein ständiger Begleiter. Über Ursachen, Diagnostik und Therapien informierten sich Leser gestern in einer Volksstimme-Telefonaktion. Uwe Seidenfaden notierte einige Fragen und Antworten.

Frage : Mein Mann klagt seit gestern über drückende Kopfschmerzen im Bereich der Stirn und der linken Hirnhälfte. Wann sollte man eigentlich wegen Kopfschmerzen einen Arzt aufsuchen ?

Antwort : Kopfschmerzen sind immer ein Alarmzeichen des Körpers. Wenn sie schlagartig auftreten und in dieser Form unbekannt sind, können sie ein Hinweis auf eine Hirnblutung sein. In diesem Fall sollte ein Notarzt gerufen werden. Das gilt ebenso dann, wenn Nackensteifigkeit, Fieber oder Benommenheit, Sprach- und Bewusstseinsstörungen oder plötzliche Lähmungen auftreten. Auch wenn Kopfschmerzen ungewöhnlich lange dauern und wenn man mehrfache Kopfschmerz-Episoden im Monat hat, sollte ein Arzt kontaktiert werden.

Wenn die Kopfschmerzen eindeutig auf Stress, Schlafmangel, verspannte Muskeln durch längeres Sitzen am Computer oder auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen sind, können sie schon einmal selbst behandelt werden. Die Vermeidung der Auslöser hilft, der Entstehung dieser Kopfschmerzen vorzubeugen.

Frage : Wie lange kann man selbst Kopfschmerzen mit freiverkäufliche Schmerztabletten therapieren ?

Antwort : Generell sollte jeder, der regelmäßig unter Kopfschmerzen leidet, darüber mit seinem Hausarzt sprechen. Auslöser können z. B. Augenerkrankungen, Nasennebenhöhlenentzündungen und Zahnkrankheiten sein. In solchen Fällen ist eine ursächliche Therapie möglich.

Freiverkäufliche Kopfschmerztabletten sollten möglichst nicht länger als zwei Wochen im Monat eingenommen werden, um unerwünschte Nebenwirkungen auf andere Organe ( insbesondere auf Magen, Leber und Nieren ), sowie einen Medikamenten-Kopfschmerz zu vermeiden. Bevor Medikamente zum Einsatz kommen, sollten die möglichen Schmerzauslöser ( z. B. bestimmte Nahrungsmittel bei Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Stresssituationen ) erkannt und vermieden werden.

Hilfreich für die Diagnose der Kopfschmerzursache ist, wenn der Patient ein Tagebuch führt, in dem er alle Kopfschmerz-Episoden und die Umstände ( insb. die Ernährung und die psychische Belastung ) aufführt.

Frage : Ich habe von Zeit zu Zeit ein dumpfdrückendes Gefühl im Kopf, so als läge ein Gewicht darauf. Der Schmerz beginnt meistens im Nacken und zieht sich dann über den ganzen Kopf bis zur Stirn. Kann ich dagegen etwas vorbeugend tun ?

Antwort : Die geschilderten Symptome sprechen für einen Spannungskopfschmerz. Als Vorbeugung kann man Gymnastik empfehlen, die die Muskulatur stärkt. Hilfreich sind auch wechselwarme Bäder und Einreiben mit Pfefferminz- oder Eukalyptusöl sowie kühle Kompressen.

Frage : Ich hatte im Winter einen grippalen Infekt, der sich wochenlang hingezogen hat. Jetzt habe ich zwar keinen Schnupfen und Husten mehr, dafür aber oftmals Kopfschmerzen, vor allem beim Bücken und wenn ich den Kopf senke. Kann das die Folge einer verschleppten Grippe sein, und was kann ich dagegen tun ?

Antwort : Es könnte sich um eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung handeln. Gehen Sie zum Hausarzt, der Sie selbst behandelt oder weiter an einen HNO-Arzt überweisen kann.

Frage : Ich hatte vor drei Monaten einen Schlaganfall. Zur Vorsorge eines erneuten Schlaganfalls und zur Blutdrucksenkung muss ich Medikamente nehmen. Seit ich die Tabletten nehme, habe ich oftmals Kopfschmerzen. Kann es einen Zusammenhang mit den Medikamenten geben ?

Antwort : Bestimmte Medikamente zur Blutdrucksenkung und Schlaganfall-Prophylaxe können als Nebenwirkung zu Kopfschmerzen führen ( z. B. Nitrate und Kalziumantagonisten ). Sie sollten diese Medikamente nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt absetzen, da sie zur Infarkt-Vorbeugung wichtig sind. Manchmal bessern sich die Beschwerden mit der Zeit ( Gewöhnungseffekt ) und manchmal hilft es, die Medikamente umzustellen.

Ratsam ist es, sich viel an frischer Luft zu bewegen und Ausdauersport ( z. B. intensives Spazierengehen, Schwimmen, Radfahren ) zu betreiben.

Frage : Ich wache oftmals morgens mit Kopfschmerzen auf. Tagsüber wird es dann besser. Was können Sie mir empfehlen ?

Antwort : Wenn Sie wiederholt Kopfschmerzen haben, sollten Sie Ihren Hausarzt darauf aufmerksam manchen und sich untersuchen lassen. Morgendlicher Kopfschmerz kann zum Beispiel durch einen erhöhten Blutdruck verursacht werden, der behandelt werden muss. Es ist auch möglich, dass sich durch falsches Liegen im Bett Ihre Nackenmuskulatur verspannt. In jeden Fall lässt sich dagegen etwas tun.

Frage : Ich habe nach einem Verkehrsunfall ein Halswirbelsäulen-Syndrom. Die Schmerzen strahlen in die Stirn und in die Augen aus. Was kann ich tun ?

Antwort : Veränderungen an den Wirbelgelenken und Muskelverspannungen können Schmerzen auslösen, die in den Kopfbereich ausstrahlen. Zu empfehlen ist eine physiotherapeutische Behandlung, insbesondere isometrische Übungen, bei denen Sie Muskeln gezielt an- und entspannen. Erleichternd können auch schwache Stromreizungen sein ( TENS-Anwendungen ).

Frage : Ich habe gehört, dass Botox-Injektionen gegen Migräne helfen können. Wer bietet diese Behandlung an ?

Antwort : Die klinischen Studien zur Wirksamkeit des bakteriellen Giftes Botulinum-Toxin gegen Migräne und Spannungskopfschmerzen haben gezeigt, dass Botox nicht wirksamer als ein Scheinmedikament ( Placebo ) ist. Deshalb gibt es auch keine Empfehlung für diese Therapie bei Migräne und Spannungskopfschmerzen.

Frage : Mein Sohn ( 12 ) spielt häufig Computerspiele. Kann die Strahlung zu Kopfschmerzen führen ?

Antwort : Ein Zusammenhang zwischen der Strahlung des Bildschirmmonitors und Kopfschmerzen ist nicht belegbar.

Ungünstig sind jedoch ein geringer Abstand vom Gerät und eine lange Spieldauer.