Der nächste Sommer kommt bestimmt – am vergangenen Wochenende konnte man schon mal eine ordentliche Portion Sonne genießen. Doch Sonne kann auch gefährlich werden. Fragen dazu beantworteten gestern am Volksstimme-Ratgebertelefon Oberarzt Dr. Dietrich Trebing vom Städtischen Klinikum Dessau, Oberarzt Dr. Ingolf Franke vom Magdeburger Uniklinikum, die Apothekerin Andrea Zimmerling und die Gesundheitsberaterin der IKK gesund plus, Doreen Steinforth. Hier eine Auswahl der Fragen und Antworten.

Frage : Sollte man seine Haut auf den Urlaub im Süden dadurch vorbereiten, dass man sie im Solarium vorbräunt ?

Antwort : Nein. Die Bräune aus dem Solarium taugt nicht als Sonnenschutz. Bei natürlichem Sonnelicht bewirkt der UV-B-Anteil, dass sich die Hornschicht verdickt. Auf der Sonnenliege überwiegt die UVA-Strahlung. Die Haut wird dann zwar braun, ist dadurch aber nicht besser vor der Sonne geschützt.

Frage : Ist Solarienbräune schädlich ?

Antwort : Solarienbräune schadet der Haut, denn die Haut ist wie ein Stromzähler. Die Strahlendosen summieren sich und führen irgendwann unweigerlich zu Schäden. Selbst wenn sich daraus nicht gleich Hautkrebs entwickelt : Die UV-A-Strahlung, ob von der Sonne oder vom Solarium, lässt die Haut schneller altern und beschert frühzeitig Falten.

Frage : Warum ist die Haut von Diabetikern so anfällig ?

Antwort : Vier von fünf Diabetikern haben mit Hautproblemen zu kämpfen. Der Hauptgrund : Sind die Blutzuckerwerte jahrelang schlecht eingestellt, werden die Blutgefäße und Nerven der Haut geschädigt. Das hat einerseits zur Folge, dass diese zu stark durchblutet wird, überwärmt und Wasser verliert. Sie trocknet aus, beginnt zu jucken und neigt zu Infektionen. Zum anderen sinkt infolge der Nervenschäden die Schweiß- und Talgproduktion, es fehlt an Feuchtigkeit und Fett. Weil Sonne und Wärme der ohnehin eher trockenen Diabetikerhaut noch mehr Feuchtigkeit entziehen, braucht sie im Sommer besonders viel Zuwendung.

Frage : Ich leide unter einer Sonnenallergie und ich habe jetzt schon Angst vor dem nächsten Sommer. Was kann ich tun, um die Allergie möglichst einzuschränken ?

Antwort : Sie sollten sich unbedingt mit Ihrem Hautarzt abstimmen und mögliche Schritte absprechen. Eine Möglichkeit wäre, Ihre Haut " abzuhärten ". Dabei wird Ihre Haut mit den Strahlen kontaktiert, die noch unter der Schwelle liegen, die zur Allergie führen. Das setzt aber eine qualifi zierte Betreuung durch den Arzt voraus. Auf einen umfassenden Lichtschutz müssen Sie dennoch großen Wert legen.

Frage : Welcher Sonnenschutz ist der richtige für mich ?

Antwort : Der Lichtschutzfaktor hängt vom Hauttyp und der Region ab. Wer sehr helle, empfindliche Haut hat, sollte zu Faktor 40 greifen, der dunklere Typ kommt auch mit einem geringeren Schutz klar. Die Sonnenmilch sollte sowohl vor UV-A- als auch vor UV-B-Strahlung schützen. Als " Sonnenschutz " dürfen erst Produkte ab Lichtschutzfaktor 6 bezeichnet werden.

Frage : Ich bin Sportlerin und schwitze viel. Welche Creme bleibt dennoch auf der Haut ?

Antwort : Am besten fettarme, wasserfeste Sonnenschutzmittel benutzen. Gut eignen sich auch Gele oder Sprays. In der Apotheke gibt es spezielle Cremes und Schutzstifte für die " Sonnenterrassen " Gesicht, Nasenrücken und Schultern.

Frage : Wie pflege ich die Haut nach dem Sonnenbad ?

Antwort : Vor allem mit Feuchtigkeit. Die spenden zum Beispiel Produkte mit Thermalwasser, Allantoin oder Harnstoff ( Urea ). Panthenol und Aloe vera beruhigen. Auch eine Feuchtigkeitsmaske hilft der Haut, sich zu entspannen.

Frage : Reicht es im Sommer aus, wenn ich mein Kind am Morgen vor dem Kindergarten mit einer Sonnenschutzcreme eincreme ?

Antwort : Das reicht in der Regel nicht aus, vor allem nicht, wenn die Kinder mit oder im Wasser spielen. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind immer genügend textilen Schutz hat. Dazu gehört unbedingt eine Kopfbedeckung.

Frage : Wie viel Creme muss ich auftragen, um einen wirksamen Schutz zu erreichen ?

Antwort : Die meisten Menschen benutzen zu wenig Creme. Mindestens 40 Milliliter, so viel wie in einen Tiegel Tagescreme passt, sollten es für den ganzen Körper sein, nachcremen nicht eingerechnet. Tipp : Lieber mehr nehmen, als man zu brauchen glaubt. Produkte mit chemischen UV-Filtern werden 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen.

Frage : Das Angebot an Sonnenschutzmitteln ist riesig. Welche Wirkstoffe in den Pfl egepräparaten sind aber wirklich sinnvoll ?

Antwort : Alle Feuchtigkeitsspender wie Collagen, Hyaluronsäure, Algen- und Honigextrakte sowie Mineralsalze sind hilfreich. Darüber hinaus wirken Stoffe wie Allantoin und Panthenol beruhigend.

Frage : Welche Strahlen der Sonne sind gefährlich ?

Antwort : Für unsere Haut sind sowohl UV-B- als auch UV-AStrahlen gefährlich. Letztere sind langwellig und dringen bis in die Lederhaut ein – dort können sie das Bindegewebe schädigen. Während vorzeitige Hautalterung, polymorphe Lichtdermatosen und Mallorca-Akne auf das Konto der UV-AStrahlen gehen, können UV-BStrahlen zu Sonnenbrand und langfristigen Hautschäden führen. Schlimmstenfalls können beide Strahlungsarten zu Krebs führen. Darum enthalten moderne Sonnenschutzmittel sowohl UV-A- als auch UV-B-Filter.

Frage : Gibt es allgemeingültige Regeln zum vernünftigen Sonnenbaden ?

Antwort : Grundsätzlich sollte man die Sonne nur maßvoll genießen, sich überwiegend im Schatten aufhalten und die pralle Mittagssonne meiden. Den besten Schutz vor Sonnenstrahlen bieten Kopfbedeckung, sonnendichte Kleidung und Sonnenbrille.

Frage : Welcher Lichtschutzfaktor ist optimal ?

Antwort : Der Lichtschutzfaktor ( LSF ) bezieht sich auf den UV-Schutz und gibt an, um wie viel mal länger man vor einer Rötung geschützt ist als ohne Sonnencreme. Eine Sonnenschutzcreme mit LSF 10 verlängert die Eigenschutzzeit der Haut unter optimalen Bedingungen also um das Zehnfache. Das sollte man aber nicht ausreizen. Manche Experten raten sogar, den auf der Packung angegebenen LSF vorsichtshalber zu halbieren. Und : Die Sonnencreme verlängert den Schutz immer nur einmalig.

Frage : Milch, Creme oder Gel – welche Rolle spielt die Rezeptur ?

Antwort : Welches Präparat hier optimal ist, hängt von Zustand und Beschaffenheit der Haut ab. Für normale Haut sind beispielsweise Sonnenmilch oder -lotion gut geeignet, für trockene Haut bietet sich eine Sonnencreme an. Zu emulgatorfreiem Sonnengel sollten unter anderem Menschen mit Mallorca-Akne greifen. Am besten lassen Sie sich in der Apotheke über die typgerechte Anwendungsform beraten.