Um die Sanierung von Altbauten insbesondere vor dem Hintergrund einer energetischen Modernisierung ging es gestern beim Telefonforum der Volksstimme. Wie geht man am günstigsten vor, wann braucht man einen Energieausweis ? Die Experten waren Eckard von Schwerin von der KfW Förderbank, Energieberater René Herbert und Bauplaner Wolfgang For briger. Hier eine Auswahl an Fragen und Antworten.

Frage : Wir möchten einen Energieberater beauftragen. Stimmt es, dass es dafür einen Zuschuss gibt ?

Antwort : Ja. Dabei handelt es sich um einen Beraterkostenzuschuss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ( BAFA ). Die Vor-Ort-Beratung für Ein- und Zweifamilienhäuser wird mit 175 Euro, für ein Mehrfamilienhaus mit 250 Euro bezuschusst. Der Energieberater beantragt diesen Zuschuss bei der BAFA. Das Geld wird an ihn ausgezahlt. Ihre tatsächlichen Beraterkosten reduzieren sich dann um diesen Zuschuss.

Frage : Ich besitze ein Einfamilienhaus, Baujahr 1970. Muss ich einen Energieausweis anfertigen lassen ?

Antwort : Solange Sie Ihr Haus selbst bewohnen, sind Sie nicht in der Pflicht. Haben Sie aber die Absicht, Ihr Haus zu verkaufen, kann der Käufer die Vorlage eines solchen Dokumentes verlangen. Für Häuser, die vor 1965 gebaut worden sind, ist das ab 1. Juli 2008 Pflicht, ist das Haus – wie in Ihrem Fall – jünger, benötigt man einen solchen Ausweis erst ab dem 1. Januar 2009.

Frage : Kann man einen Zuschuss bekommen, wenn man alle Fenster im Haus austauscht ?

Antwort : Nein. Ein Zuschuss kommt dafür nicht infrage. Sie können bei Ihrer Hausbank jedoch ein KfW-F örderdarlehen aus dem Programm " Wohnraum Modernisieren, Standard " beantragen. Das zeichnet sich durch lange Laufzeit, tilgungsfreie Jahre und Zinsen aus, die unter dem Marktniveau liegen.

Frage : Wir haben unsere Fassade gedämmt, die Fenster ausgetauscht und das Dach ausgebaut. Kann man im Nachhinein noch irgendwelche Fördermittel erhalten ?

Antwort : Nein. Grundsätzlich gilt : Förderdarlehen aus den KfW-Programmen sind immer vor dem Beginn des Vorhabens zu beantragen. Und es gilt das Hausbankprinzip, das heißt, der Antrag ist immer bei einer Bank oder Sparkasse zu stellen.

Frage : Die KfW soll jetzt auch einen Zuschuss für die baubegleitende Beratung ausgeben. Worum handelt es sich dabei und kann man den zusätzlich zum BAFA-Zuschuss für Vor-Ort-Energieberatung bekommen ?

Antwort : Die KfW bezuschusst die Baubegleitung bei Sanierung auf Neubauniveau nach der Energieeinsparverordnung ( EnEV ). Der Zuschuss kann in Höhe der Hälfte Ihrer Beraterkosten, maximal für 1000 Euro gewährt werden. Er ist jeweils an ein konkretes Sanierungsprojekt gekoppelt, das entweder mit einem Kredit oder einem Zuschuss im Rahmen des CO -Gebäudesanie-2

rungsprogramms der KfW gefördert wird. Informationen zu Details der Baubegleitung, zu Kosten und Sanierungsprogrammen erhalten Sie unter anderem im Regionalbüro des Verbandes Privater Bauherren unter ( 0391 ) 531 37 04.

Frage : Um Heizkosten zu sparen, müssen wir etwas tun. Wer kann uns sagen, was sinvoll ist, womit wir beginnen sollten ?

Antwort : Am besten setzen Sie sich zunächst einmal mit einem Gebäudeenergieberater in Verbindung und vereinbaren einen Vor-Ort-Termin. Der Fachmann macht sich ein Bild über den energetischen Zustand Ihres Hauses und empfi ehlt Sanierungsmaßnahmen. Einen solchen Berater fi nden Sie beispielsweise im Internet unter www. bafa. de. Dort sind geprüfte Energieberater nach Postleitzahlenbereichen geordnet, gelistet. Oder rufen Sie den Landesverband der Energieberater unter der Telefonnummer ( 03949 ) 51 07 99 an.

Frage : Wir sanieren unser Haus komplett und nutzen dafür Darlehen und Zuschuss aus dem KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm. Können wir vom Land auch noch etwas in Anspruch nehmen ?

Antwort : Das ist möglich, wenn Sie im Rahmen der Komplett-Sanierung beispielsweise eine Pelettheizung vorgesehen haben. Dann gibt es dafür vom Land Sachsen-Anhalt einen Zuschuss von maximal 5000 Euro. Zu beantragen ist dieser Zuschuss bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt.

Frage : Wie wird die Dämmung der Außenwände und des Dachgeschosses für unser Zwei-Familien-Haus gefördert ?

Antwort : Sie können bei Ihrer Hausbank ein Förderdarlehen aus dem Programm " Wohnraum modernisieren, Öko plus " beantragen. Der Höchstförderbetrag liegt bei 50 000 Euro pro Wohneinheit. Für Sie kämen also maximal 100 000 Euro infrage.

Frage : Gibt es einen Zuschuss, wenn ich Solarkollektoren zur Heizungsunterstützung aus Dach bringe ?

Antwort : Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezuschusst ein solches Vorhaben mit 75 Euro pro Quadratmeter installierter Kollektorfläche. Die Grundförderung beträgt 410 Euro.

Frage : Wie sanieren komplett mit eigenem Geld. Unter welchen Bedingungen kann man den Zuschuss der KfW Förderbank für die Sanierung unseres Einfamilienhauses bekommen ?

Antwort : Vorausgesetzt, Sie erreichen mit Ihren Sanierungsmaßnahmen Neubauniveau, dann können Sie mit einem KfW-Zuschuss von zehn Prozent der förderfähigen Investitionskosten, maximal mit 5000 Euro rechnen. Bleiben Sie energetisch 30 Prozent unter den geforderten Neubauniveauwerten, können Sie sogar 17, 5 Prozent der Kosten, maximal 8750 Euro bekommen.

Frage : Ich bin schon 70 Jahre alt, mein Haus ist 40. Die Heizkosten sind hoch. Deshalb will ich dämmen, Heizung erneuern, Fenster austauschen. Fördert der Staat noch Leute in meinem Alter ?

Antwort : Für die KfW-F örderung gibt es generell keine Altersbeschränkung. In Ihrem Falle käme das CO -Gebäude-2

sanierungsprogramm für das Maßnahmepaket 3 infrage. Allerdings behält sich die Hausbank, bei der Sie den entsprechenden Antrag stellen müssen, die Kreditentscheidung vor.

Frage : Bringt es was, wenn wir erst einmal die Nordseite unseres Hauses dämmen ? Für weitere Maßnahmen reicht unser Geld noch nicht aus.

Antwort : Jede Dämmmaßnahme bringt etwas. Jedoch sollte das Haus immer ganzheitlich betrachtet und nach dem Prinzip " wenn schon denn schon " vorgegangen werden. Ansonsten verpufft weiterhin durch Fenster, durchs ungedämmte Dach Heizwärme. Ein weiteres Problem bei nur einer gedämmten Wand : Dort, wo gedämmte und ungedämmte Wand aufeinandertreffen, kann durch die Temperaturunterschiede an den Gebäudeecken Schimmel entstehen.

Frage : Was kostet eigentlich eine Energieberatung vor Ort ?

Antwort : Dafür gibt es eigentlich nur Richtwerte, keinen einheitlichen Preis. Jedes Haus ist anders. Die Kosten sind daher unterschiedlich hoch. Entscheidend ist beispielsweise der Aufwand, der betrieben werden muss, um den tatsächlichen Energiebedarf zu berechnen. Als Anhaltspunkt kann man zwischen 400 Euro und 500 Euro für ein Einfamilienhaus nehmen.

Frage : Welche Förderung können wir für unser 1975 gebautes Haus vom Staat bekommen ? Wir wollen so sanieren, dass wir Neubauniveau erreichen und dafür einen Kredit aufnehmen.

Antwort : Sie können bei Ihrer Hausbank ein Förderdarlehen der KfW Förderbank aus dem CO 2 -Gebäudesanierungsprogramm beantragen. Erreicht Ihr Haus nach der Sanierung Neubauniveau oder bleiben Sie gar noch drunter, gibt es für den gewährten Förderkredit Tilgungszuschüsse. Bei Neubauniveau sind das fünf Prozent der Darlehenssumme, maximal 2500 Euro, bei Unterschreiten der EnEV um 30 Prozent sind das 12 Prozent, maximal 6250 Euro.

Frage : Lohnen sich Solarkollektoren für einen Vier-Personen-Haushalt ?

Antwort : Langfristig gesehen, lohnt sich die Nutzung von Sonnenenergie. Lassen Sie sich die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage auf der Grundlage Ihres tatsächlichen Bedarfs am besten noch einmal von einem Fachmann durchrechnen. Wichtig ist Süd-S üdwest-Kollektorausrichtung bei einem Anstellwinkel von 35 bis 45 Grad.