Herzstolperer und Herzrasen können als beängstigend empfunden werden. Über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten informierten sich zahlreiche Leser gestern am Volksstimme-Telefonforum. Uwe Seidenfaden notierte einige Fragen und Antworten.

Frage : Weil ich meist kurz vor dem Einschlafen Herzstolpern verspüre, wurde bei mir ein Langzeit-Elektrokardiogramms ( EKG ) gemacht. Nach der Auswertung sagte man mir, dass ich mir keine Sorgen machen müsse. Wie gefährlich ist es eigentlich, wenn das Herz aus dem Takt gerät ?

Antwort : Fast jeder Mensch verspürt im Laufe des Lebens mal einen unregelmäßigen Herzschlag oder Herzrasen. Nicht in jedem Fall steckt dahinter eine ernstzunehmende Herzrhythmusstörung. Grundsätzlich sollte man aber bei Herzstolpern, Herzjagen, Herzflattern oder Herzenge einen Arzt konsultieren, denn behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörungen müssen auch therapiert werden.

Frage : Ich bin 33 Jahre alt und habe mehrmals im Monat Herzrasen. Es fängt meist schlagartig an und hört nach etwa einer Stunde plötzlich wieder auf. Das beim Arzt gemachte EKG wies keine Besonderheiten auf. Da ging es mir aber auch gut. Woher können die Beschwerden kommen und was kann ich dagegen tun ?

Antwort : Wenn Sie die Symptome haben, sollten einen Arzt aufsuchen, um die Ursache der Auffälligkeiten mit einem Langzeit-EKG festzustellen. Die von Ihnen geschilderten Symptome sprechen für eine Leitungsanomalie, die zwar lästig, in der Regel aber gutartig ist.

Man könnte versuchen, die Störung durch eine Katheterablation ( Verödung von Leitungsbahnen ) abzustellen.

Frage : Besteht die Gefahr, dass sich eine Herzrhythmusstörung ( Vorhofflimmern ) durch Sport verschlimmert ?

Antwort : Nein. Die Sorge, dass Sport die Rhythmusstörung verschlimmert, ist unbegründet. Die körperliche Belastbarkeit sollte mit dem Arzt besprochen werden.

Frage : Nach einem Schlaganfall wurde bei mir ein Vorhofflimmern des Herzens festgestellt. Wie konnte es dazu kommen ?

Antwort : Wie der Name andeutet, werden beim Vorhofflimmern vor allem die Vorhöfe des Herzens nicht richtig elektrisch aktiviert. Auslöser sind unregelmäßige elektrische Entladungen, die dazu führen, dass die Herzvorhöfe sich nicht mehr richtig zusammenziehen und auch die Hauptkammern des Herzens aus dem Takt geraten. Die Folge ist ein Verlust von Herzleistung.

Frage : Kann ich nach Implantation eines Kardioverter-Defibrillators wieder Auto fahren ?

Antwort : Der Kardioverter-Defibrillator, ein Elektroschocksystem, kann bei der plötzlichen Aktivierung dazu führen, dass der Träger kurz die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert und einen Verkehrsunfall verursacht. Das Risiko ist jedoch minimal, so dass ICD-Träger nicht grundsätzlich vom Führen eines Autos ausgeschlossen werden sollten. In der Regel wird empfohlen, etwa sechs Monate nach der Implantation nicht Auto zu fahren.

Frage : Gibt es psychisch bedingte Herzrhythmusstörungen ?

Antwort : Das Herz kann zwar bei Angst vorübergehend einmal schneller schlagen. Als Ursache einer Herzrhythmusstörung kann man psychischen Stress aber ausschließen.

Frage : Mein Mann hat vor zwei Jahren eine künstliche Herzklappe bekommen ( Aortenklappe ). Von Zeit zu Zeit klagt er über starkes unregelmäßiges Herzklopfen. Die Symptome halten meist etwa drei bis vier Tage an. Kann das lebensbedrohlich sein ?

Antwort : Ratsam ist die Anfertigung eines Langzeit-EKG, um die Art der Rhythmusstörung festzustellen. Die häufigste Form der Rhythmusstörung ist das Vorhofflimmern, das insbesondere bei Patienten mit Klappenfehlern häufig auftritt.

Die Symptome können sehr beeinträchtigen und es besteht ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall.