Erfurt/Magdeburg (dpa/kb) l „Die Tankstelle für Ihre Seele“ – so wirbt die Autobahnkirche St. Kilian an der A73 im südthüringischen Hildburghausen. Gemeinsam mit sieben weiteren Kirchen im Gebiet der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) beteiligt sie sich am Sonntag am bundesweiten „Tag der Autobahnkirche“.

Andachtsfeiern und Segen soll es in Sachsen-Anhalt etwa in Brehna an der A9, Brumby (A14), Hohenwarsleben (A2) und Rothenschirmbach (A38) sowie im thüringischen Gelmeroda (A4) und Bibra (A71) geben.

Autobahnkirchen sprächen ein großes Publikum an, sagte EKM-Sprecher Friedemann Kahl der Deutschen Presse-Agentur. „Das reicht vom polnischen Lkw-Fahrer bis zum Geschäftsreisenden, die hier mal eine halbe Stunde in sich gehen.“ So seien die Kirchen auch ein Beitrag zur Verkehrssicherheit. Vielerorts sorgen Schlösser mit Zeitschaltuhren dafür, dass die Kirchen von 8 bis 20 Uhr offen sind.

Vier Autobahnkirchen in Sachsen-Anhalt

„Ich habe das Gefühl, das wird sehr gut angenommen“, bestätigte Jürgen Kohtz, Pfarrer der Autobahnkirche Brumby. Auch Wasser steht bei ihm für Reisende bereit. Bundesweit kommen nach EKM-Schätzungen rund eine Million Reisende pro Jahr in die 47 Gotteshäuser. Die Zahlen in Thüringen und Sachsen-Anhalt schwanken. Die Autobahnkirche Gelmeroda bei Weimar etwa, berühmt durch die Bilder des Malers Lyonel Feininger, zählt im Jahr rund 10 000 Besucher. Anderswo kommen 5000 bis 7000 pro Jahr. In der „Seelen-Tankstelle“ St. Kilian herrscht kaum Verkehr. „Es kommen eher wenig Leute von der Autobahn“, sagt Pfarrerin Constanze Greiner. Zum einen sei die Kirche nicht auf der Autobahn ausgeschildert, zum anderen gehöre die A73 zu den weniger stark befahrenen Trassen.

In Sachsen-Anhalt gibt es insgesamt vier Autobahnkirchen:

  • Brehna  (Landkreis Anhalt-Bitterfeld): Schon seit den 10. Jahrhundert gibt es hier eine Kirche, der jetzige Bau stammt aber teilweise aus dem 17. Jahrhundert.
  • Brumby (Salzlandkreis): Mehr als 800 Jahre ist die Kirche  in Brumby alt. Im Jahr 2000 wurde sie auf Initiative des damaligen Bauministers des Landes, Jürgen Heyer, zur Autobahnkirche.
  • Hohenwarsleben (Börde): Der romanische Bau war 2002 die erste Autobahnkirche in Sachsen-Anhalt. Im Mittelalter erbaut gehörte die Kirche zum Patronat des Magdeburger Klosters „Unser Lieben Frauen“.
  • Rothenschirmbach (Landkreis Mansfeld-Südharz): Die aus Rotsandstein errrichtete Kirche wurde 1893 neu aufgebaut. Die von innen schlicht gestaltete Kirche verfügt über farbenprächtige Glasfenster.