Der Sonderzug nach Wittenberg

Am 28. Mai werden keine regulären Züge nach Wittenberg fahren. An diesem Tag feiert die Stadt den Festgottesdienst zum Luther-Jubiläum. Dazu setzt die Bahn ausschließlich Sonderzüge ein.

Zwischen Magdeburg und Wittenberg pendeln an diesem Tag alle 30 Minuten Doppelstockzüge.

Eine Fahrt von Magdeburg dauert etwa 60 Minuten.

Fahrkarten können ausschließlich über ein Buchungsportal im Internet gebucht werden. Von dort gelangt man auf ein Portal der Bahn.

Die Internetadresse lautet: https://r2017.org/anreise

Solche Shuttles gibt es auch aus Berlin, Leipzig, Dresden, Erfurt und Halle.

Fernreisende etwa aus München oder Köln müssen in Berlin, Leipzig, Halle, Magdeburg oder Erfurt in einen der Sonderzüge umsteigen.

Die Bahn rechnet an diesem Tag mit 100.000 Reisenden.

Magdeburg l Mehr Pünktlichkeit, mehr Kapazität, mehr Qualität – dafür will der Bahn-Konzern dieses Jahr bundesweit 7,5 Milliarden Euro investieren. 400 Millionen Euro landen davon in Sachsen-Anhalt. Am Dienstag stellten Bahnmanager ihre Baupläne vor.

Den größten Nutzen haben zunächst Reisende, die nach Bayern wollen. Denn: Ab Dezember ist die ICE-Strecke Berlin-München komplett. Alle zwei Stunden hält ein regulärer ICE in Halle; zudem setzt die Bahn auf der Strecke Sprinter nach München und Frankfurt/Main ein, die alle in Halle stoppen. Davon profitieren auch Magdeburger: „Alle Intercitys aus der Landeshauptstadt haben passgenau Anschluss in Halle“, erklärt Eckart Fricke, der als Konzern-Bevollmächtigter für die mitteldeutschen Länder zuständig ist.

Trotz des Umstiegs in Halle halbieren sich die Fahrtzeiten: In gut dreieinhalb Stunden ist man von Magdeburg in München. Das liegt vor allem an der neuen ICE-Schnellstrecke, auf der die Züge in der Spitze Tempo 300 erreichen. Zwischen Halle und Erfurt braucht der ICE nur noch 33 Minuten, nach weiteren zwei Stunden ist er künftig in Bayerns Hauptstadt. Die Bahn ist optimistisch, dass sich die Milliardeninvestitionen rentieren. Zwischen Halle und Erfurt, wo die Trasse bereits seit 2015 fertig ist, sind die Fahrgastzahlen um 40 Prozent gestiegen, berichtet Fricke.

Eine schnelle ICE-Linie benötigt auch ein modernes Netz. Daher geht der Umbau von Bahnknoten und Bahnhöfen weiter:

Bahnhof Halle: Halles Ost-Seite soll bis zum ICE-Start im Dezember fertig sein, danach wird zwei Jahre lang die Westseite umgebaut.

Bahnhof Magdeburg: Ab April werden etliche Gleise gesperrt und umgebaut. Außerdem wird die alte Bahnbrücke an der Reuter-Allee herausgehoben und im Mai der neue Übergang montiert. Probleme gibt es beim darunter liegenden Tunnel für den Auto- und Straßenbahnverkehr. Planungsfehler (falsch dimensionierte Stützen) verzögern und verteuern den Bau. Die Kosten stiegen von einst 58 Millionen Euro zum Baustart auf jetzt 100 Millionen Euro – ein Ende ist nicht in Sicht. Gutachter klären, wer die Fehler zu verantworten und Mehrkosten zu tragen hat. Das ganze Areal bleibt mindestens bis Ende 2019 eine Baustelle.

Oschersleben: Die Strecke Magdeburg–Halberstadt wird schrittweise modernisiert, so dass die Regionalzüge mit Tempo 120 fahren können. Am 27. März ist der Abschnitt Blumenberg-Oschersleben fertig. Im November verschwinden auf der B 246 in Oschersleben drei ebenerdige Bahnübergänge, die Autos nutzen dann eine neue Brücke.

Seehafen-Linie Stendal-Salzwedel–Uelzen: Die Strecke Stendal–Salzwedel-Uelzen bekommt wieder ein zweites Gleis, das nach 1945 demontiert worden war. Die Linie ist Teil eines überregionalen Güterverkehrkorridors zwischen den deutschen Seehäfen Hamburg und Bremen und Südeuropa. Dieses Jahr wird das Gleis zwischen Hohenwulsch und Packebusch fertig.

Die Bahn schätzt, dass die gesamte Linie spätestens bis 2026 komplett zweigleisig ausgebaut ist. „Damit werden Kapazitäten geschaffen, die Straßen vom Güterverkehr zu entlasten.“ Davon haben aber auch Regionalzüge Vorteile, da die neuen Schienen Tempo 160 ermöglichen. Sachsen-Anhalt will, dass die Bahn zudem auch die Strecke zwischen Magdeburg und Stendal auf Tempo 160 ausbaut.