Berlin l Die fünf ostdeutschen Flächenländer fordern vom Bund weitere Milliarden-Hilfen für die Finanzierung ihrer Hochschul- und Forschungslandschaft. Dazu stellte Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) am Montag gemeinsam mit seinen Amtskollegen ein entsprechendes Positionspapier in Berlin vor.

Im Kern fordern die Minister, dass der bereits bestehende Hochschulpakt über das Jahr 2020 hinaus verlängert und „neu justiert“ wird. So soll der Bund seine jährlichen Finanzspritzen von vier auf sechs Milliarden Euro aufstocken. Die Ost-Länder würden dann etwa eine Milliarde Euro pro Jahr erhalten.

„Wir brauchen die Mittel, denn gerade in Ostdeutschland können sich viele Firmen keine eigene Forschungsabteilung leisten und sind auf Kooperationen mit den Hochschulen angewiesen“, betonte Willingmann gegenüber der Volksstimme. Die Verlängerung des Paktes würde eine nachhaltige Beteiligung des Bundes an der Hochschulfinanzierung sicherstellen.

Gespräche nach der Wahl

Die Verhandlungen für eine Verlängerung der Bundesförderung sollen nach der Bundestagswahl im September beginnen und bis Mitte 2018 abgeschlossen sein. Willingmann ist optimistisch, dass die Gespräche im Sinne der Ost-Länder verlaufen werden. „Auch wirtschaftsschwache Länder in Westdeutschland haben ein interesse daran, dass sich der Bund weiterhin an der Hochschulfinanzierung beteiligt“, so der Minister.

Wie viele zusätzliche Mittel Sachsen-Anhalt am Ende erhalten würde, sei gegenwärtig noch nicht genau abzuschätzen. Ein Teil der Mittel dürfte pro Studienplatz ausgegeben werden, andere Gelder könnten je nach Größe des Bundeslandes über den sogenannten Königssteiner Schlüssel zugewiesen werden. Meinung