Sicher besteht ein großes öffentliches Interesse an der SPD-Diskussion zur Bildung einer Großen Koalition. Dennoch darf es Plattformen geben, zu denen nur Parteimitglieder Zugang haben. Denn es handelt sich bei diesen Konferenzen ja nicht nur um Informationsveranstaltungen zum Koalitionsvertrag. Es geht bei der SPD um Richtungs- und Personalentscheidungen. Und es geht darum, dass sich auch weniger erfahrene Genossen frei äußern sollen. Ein Kamerapulk und mitschreibende Journalisten könnten die Atmosphäre dafür ungünstig beeinflussen.

Ein einfacher Genosse will sich nicht mit einem vielleicht ungeschickt formulierten Beitrag online verewigen. Die allgemeine Tendenz einer Mitgliederdiskussion lässt sich dagegen leicht recherchieren. Anders wäre es, wenn dort Entscheidungen gefällt würden. Deren Entstehung transparent zu machen, gehört zur demokratischen Kultur. Und schließlich: Wirklich Wichtiges bleibt nicht in einem Raum mit mehr als drei Personen.