Halle/Wittenberg (dpa) l Im Prozess gegen den selbst ernannten "König von Deutschland" wegen Untreue in Millionenhöhe hat die Verteidigung Freispruch für den Angeklagten gefordert. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor am Dienstag auf vier Jahre Haft plädiert.

Aus Sicht der Verteidigung hat Peter Fitzek aus Wittenberg keine unerlaubten Bankgeschäfte betrieben und sich nicht bereichert. Das gesamte Geld von Anlegern sei in das Gemeinwohl geflossen, sagte Rechtsanwalt Axel Kaufmann. Der Angeklagte habe auch nichts mit den Reichsbürgern zu tun. Er habe seine eigenen Ideen umsetzen wollen.

Die Staatsanwaltschaft zeigte sich überzeugt, dass Fitzek (51) unerlaubt Bankgeschäfte im Umfang von 2,3 Millionen Euro betrieben habe. Davon habe er 1,3 Millionen Euro aus egoistischen Motiven für sich verwendet, rund 500 Anleger mit Hirngespinsten von seinem "Königreich" manipuliert, sagte Oberstaatsanwaltin Heike Geyer. Der Verbleib des Geldes sei nicht nachweisbar.

Fitzek laut Gutachten voll schuldfähig

Fitzek muss sich wegen schwerer Untreue und des unerlaubten Betreibens von Bankgeschäften verantworten. Er bestreitet das. Der Verfassungsschutz rechnet den gelernten Koch den sogenannten Reichsbürgern zu. Die Bewegung erkennt die Bundesrepublik Deutschland nicht an. Laut psychiatrischem Gutachten ist Fitzek voll schuldfähig. Das Urteil wird am Mittwoch erwartet.

Fitzek hatte im Herbst 2012 auf dem Gelände eines früheren Krankenhauses in Wittenberg sein "Königreich Deutschland" ausgerufen und sich zum Oberhaupt ernannt. Er ist bereits mehrfach mit der Justiz in Konflikt geraten und verurteilt worden. Unter anderem geht es dabei um seine Fahrerlaubnis.