Halle (dpa) l Von einer unansehnlichen Ruine in Halle zum Vorzeigekomplex mit bundesweiter Ausstrahlung: Der Wiederaufbau der historischen Schulstadt der Franckeschen Stiftungen in Halle steht nach fast 30 Jahren vor dem endgültigen Abschluss. Am Montag wurde Bilanz gezogen.

Bis 2020 werden die restlichen drei von insgesamt 50 Gebäuden instandgesetzt. Insgesamt 12 Millionen Euro werden dafür investiert, je zur Hälfte vom Bund und dem Land, wie Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) in Halle sagte. „Dann werden insgesamt etwa 150 Millionen Euro in den Wiederaufbau geflossen sein“, sagte der Direktor der Franckeschen Stiftungen, Thomas Müller-Bahlke. Der Bildungskomplex sei europaweit einzigartig.

Die Instandsetzung aller drei Gebäude soll 2018 beginnen. Es ist die ehemalige Druckerei, die 1744 als Magazin für die 1710 gegründete Cansteinsche Bibelanstalt errichtet wurde. Ziel war es, die Idee des Reformators Martin Luther (1483-1546) mit der Druckerei in die Tat umzusetzen: eine Bibel für alle Menschen. Zudem werden zwei frühere Scheunen für Bildungs- und Freizeitangebote saniert.

Auf dem 14 Hektar großen Fachwerkareal der Franckeschen Stiftungen inmitten der Stadt sind verschiedene Schulformen, Sozial-, Betreuungs- und Freizeiteinrichtungen für Kinder, Familien und Senioren sowie Bibliotheken und Forschungsstätten ansässig. Die Bundeskulturstiftung hat dort ihren Sitz in einem Neubau. Die Schulstadt war im 17. Jahrhundert von dem Pfarrer August Hermann Francke gegründet worden. Zu DDR-Zeiten war das Gebäudeensemble dem Verfall preisgegeben.