Magdeburg l Nach Ansicht von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) wird die Ost-West-Angleichung noch mehrere Jahrzehnte dauern. „Die alte DDR-Grenze wird womöglich auch noch am Ende dieses Jahrhunderts abgebildet sein“, sagte er im Volksstimme-Interview. „Die fehlende Wirtschaftskraft ist in drei Jahrzehnten nicht aufholbar.“ Haseloff begründet das mit den verschiedenen wirtschaftlichen Voraussetzungen. „Die alten Länder waren 1990 schon hochentwickelt, wir dagegen kamen aus einer ziemlich maroden Grundstruktur.“ Eine vollständige Ost-West-Angleichung wäre nur zu schaffen, wenn der Osten auf Dauer ein höheres Wachstum hätte als der Westen, sagte der Ministerpräsident. Dies sei unrealistisch. Insgesamt sei die Bilanz 27 Jahre nach der Wiedervereinigung „trotz noch bestehender Probleme“ aber positiv.

Der Ministerpräsident kritisiert jedoch die Darstellung des Ostens von „ausschließlich in Westdeutschland sitzenden überregionalen Medien“. „Mir geht die Bewertung der Lebensqualität und unserer Menschen hier im Osten gegen den Strich“, sagte Haseloff. „Wir werden oft mit rein westdeutscher Brille betrachtet.“ Dies sei nicht fair. „Ostdeutschland ist kein No-Go-Gebiet und hier wird auch nicht nur rechts gewählt! Die Menschen im Osten sind kein Volk von Arbeitslosen ohne Perspektive. Mich ärgert diese oft einseitige Darstellung!“

Das ganze Interview gibt es am Dienstag auf Volksstimme.de.