Berlin (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck hofft, dass die Stasi-Akten auch künftig zur Aufklärung über die DDR-Vergangenheit beitragen. Es sei wichtig, dass nachfolgende Generationen anhand der Stasi-Akten etwas über die gigantische Stasi-Manie zum Machterhalt lernten, sagte Gauck am Freitag bei einem Besuch im Berliner Archiv der Stasi-Unterlagen-Behörde. Gauck war erster Chef der Behörde. Für einige Menschen seien die Akten noch lebendig atmende Geschichte, für die meisten aber schon historisches Material, betonte der scheidende Bundespräsident.

Gauck hatte den Botschafter Guatemalas in Deutschland, José Francisco Calí Tzay, mitgebracht. Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, betonte, die Unterlagen der Staatssicherheit dokumentierten Menschenrechtsverletzungen. "Hier können wir die Sinne schärfen für die Gegenwart."

Im einstigen DDR-Ministerium für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg lagert ein Großteil der original erhaltenen Unterlagen. Von hier aus sicherte die Stasi als "Schild und Schwert der Partei" die Herrschaft der SED. Vor 27 Jahren, am 15. Januar 1990, bewahrten aufgebrachte Demonstranten beim Sturm auf die Stasi-Zentrale die Papiere vor der Vernichtung.

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