Dresden (dpa/sn) - Sachsen hat die höheren Netzentgelte für Stromkunden in den ostdeutschen Ländern kritisiert. "Die Energiewende ist eine gesamtdeutsche Aufgabe, die nicht zu Lasten der Verbraucher und Wirtschaft im Osten gehen darf", sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Mittwoch in Landtag. Die vergangene Woche im Bundeskabinett beschlossene gesetzliche Regelung sei aus ostdeutscher Sicht eine herbe Enttäuschung. Man erwarte, dass die Bundesregierung Wort halte und noch vor der Bundestagswahl die Voraussetzungen für eine faire Verteilung der Netzentgelte schaffe. Dulig rechnete vor, dass Endverbraucher im Osten 4 Cent pro Kilowattstunde mehr bezahlen. Für eine Familie bedeutet das Mehrkosten von 140 Euro pro Jahr.

Die höheren Netzentgelte sorgen in Ostdeutschland schon seit langem für Unmut. Generell machen sie etwa ein Viertel der Stromkosten aus, im Osten und Norden bis zu einem Drittel. Dort wird relativ viel Ökostrom produziert, die Stromnetze sind aber unzureichend ausgebaut und teurer als in anderen Regionen. Nordrhein-Westfalen und der Südwesten profitieren bisher von günstigeren Netzentgelten. Ein weiterer Grund für die ungleiche Verteilung: Seit der Wende wurde im Osten deutlich mehr in die Netzstruktur investiert. Auf Grund der Bevölkerungsdichte müssen die Kosten für den Ausbau und Unterhalt der Netze von weniger Firmen und Einwohnern finanziert werden als in Westdeutschland.