Magdeburg (dpa) - Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff fordert im Streit um einheitliche Stromnetzentgelte ein Einschreiten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU). Merkel müsse dafür sorgen, dass Wirtschaft und Haushalte in Ostdeutschland nicht weiterhin höher belastet würden als im Westen, schrieb Haseloff am Freitag in einem Brief ans Kanzleramt. Weil im Osten bereits ein hoher Anteil an Ökostrom erzeugt, aber nicht in gleichem Umfang verbraucht wird, sind die Netzentgelte höher, der Strom für Unternehmen und Privatleute deshalb teurer.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte kürzlich bestätigt, dass die ursprünglich vorgesehene bundesweite Angleichung der Umlagen für den überregionalen Stromnetzbetrieb vom Tisch ist. Ost- und norddeutsche Länder wollen das nicht hinnehmen. Die Netzentgelte machen rund ein Viertel der Stromkosten aus.