Erstmals seit langem trat Bruno Spengler in Dijon aus dem Schatten seiner Teamkollegen. Nun wittert er die Chance auf seinen ersten Sieg seit zwei Jahren.

Nach einem Zwischenhoch zur Saisonmitte schien Bruno Spengler bereits dort wieder gelandet, wo er sich 2008 oft befunden hatte: Im Schatten seiner HWA-Teamkollegen. Mit seiner Pole Position in Dijon setzte der Frankokanadier nun erstmals seit langem wieder ein Ausrufezeichen. "Ich bin sehr glücklich über den Verlauf des Qualifyings, gerade bei diesen Bedingungen, die extrem schwierig waren", sagte Spengler, dessen letzte Pole Position mehr als ein Jahr zurückliegt.

Als sich Teamkollege und Meisterschaftsfavorit Gary Paffett ähnlich wie Titelkontrahent Timo Scheider bei der Reifenwahl verzockte, war der Kanadier in Höchstform zur Stelle. "Man weiß unter diesen Umständen mit Slicks und Tropfen auf der Windschutscheibe nie, wie viel man pushen kann. Ich war froh, in den Sessions 1 und 2 durchgekommen zu sein. In Q3 habe ich auf Slicks lange auf den Reifenwechsel gewartet, bis ich dann auf Regenreifen eine sehr schnelle Runde gefahren bin", schilderte der Vizemeister von 2006 und 2007 seine Qualifying-Erfahrungen. "In Q4 habe ich keine Fehler gemacht."

Überraschung in letzter Minute

Dennoch glaubte Spengler zunächst nicht an den großen Wurf: "Im ersten Sektor meinte ich, etwas zu vorsichtig gewesen zu sein. Danach habe ich härter gepusht, war in den folgenden Kurven besser als zuvor. Aber als ich hörte, dass ich auf Pole stehe, war ich überrascht." Gerade angesichts seiner privaten Erlebnisse der letzten Wochen gestaltete sich die Pole für Bruno Spengler umso emotionaler: "Ich widme die Pole meiner Großmutter, die ich vor zwei Wochen verloren habe. Sie hat mir immer sehr viel bedeutet."

Mehr als zwei Jahre liegt für Bruno Spengler mittlerweile sein letzter DTM-Sieg zurück. Zuletzt stand er 2007 auf dem Norisring ganz oben auf dem Podest. "Jetzt will ich den Sieg, aber es wird viel Druck von hinten geben", ist sich Spengler sicher, der auch den Schwierigkeitsgrad des schnellen Dijon-Kurses nicht unterschätzt. "Fehler passieren hier schnell, wie auch im Training, als ich mit allen vier Rädern hinter dem Rasenstück war. Man muss in dieser Kurve immer wieder genau darauf achten, rechtzeitig einzulenken."

Copyright: adrivo Sportpresse GmbH