Dr. Wolfgang Ullrich verteidigt die für Timo Scheider verhängnisvolle Fehlentscheidung in Q1 - und kündigt rennstrategische Unterstützung an.

Ein verdunkelter Himmel samt Regen geht in der DTM nur selten mit leuchtenden Ideen am Audi-Kommandostand einher. Das bewiesen die Ingolstädter auch heute, indem man sich bei Timo Scheider in trügerischer Sicherheit wog - und in der ersten Session auf einen Reifenwechsel für eine weitere fliegende Runde verzichtete. "Ich bin nicht so zufrieden. Timo hat in Q1 mit seinem Renningenieur eine Entscheidung getroffen, über die man nachher viel reden kann. In diesem Moment schien es aber die richtige Entscheidung", verteidigt Dr. Wolfgang Ullrich sein Team.

Dennoch ist sich der Audi-Motorsportchef der unangenehmen Lage Scheiders bewusst. "Für Timo ist die Situation nun schwierig. Er muss vorsichtig sein, denn im Mittelfeld kann immer viel passieren. Man verliert dort schnell Positionen oder handelt sich einen Schaden am Auto ein", weiß Ullrich, der Scheiders Aufholjagd morgen mit der Wahl der Rennstrategie bestmöglich unterstützen will: "Es ist nicht einfach, hier zu überholen. Wir müssen eine Strategie finden, die man nicht nimmt, wenn man in den Top 6 wäre, denn Timo muss frei fahren können."

Dass auch Timo Scheiders Teamkollegen nicht für die achte Audi-Pole in dieser Saison sorgen könnten, war für Ullrich nicht überraschend: "Als klar war, dass wir auf Regenreifen fahren müssen, war mir bewusst, dass die Pole nicht möglich ist - das haben wir schon im Training gesehen. Im Trockenen wird unsere Performance aber wieder passen." Der neue DTM-Austragungsort sagt dem Österreicher derweil trotz der unglücklichen Streckenbegrenzung in der letzten Kurve zu: "Diese Strecke hat bewiesen, dass sie für die Fahrer eine Herausforderung ist."

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