Fast eine Minute kam Ralf Schumacher am Sonntag hinter Rennsieger Timo Scheider ins Ziel. Was lief alles schief?

Wieder einmal blieb Ralf Schumacher bei einem DTM-Wochenende ohne Punkte - schon zum sechsten Mal in dieser Saison. Während seine drei Teamkollegen aus dem HWA-Werksteam von Mercedes-Benz zwar deutlich langsamer unterwegs waren als die Konkurrenz von Audi, aber immerhin in die Punkte fuhren, musste Schumacher einmal mehr gegen die Jahreswagen kämpfen - und sich dabei sogar von seinem Vorgänger übertölpeln lassen.

Den Anfang vom Ende machte, wie schon so oft, ein enttäuschendes Qualifying. Als 13. schied der ehemalige Formel-1-Pilot dort in der zweiten Session ein - Paul Di Resta und Bruno Spengler schafften es sogar in das Finale. "Typisch für Barcelona schlägt das Wetter häufig um, die Windrichtung wechselt ständig und die Zeiten die ich am Vormittag gefahren war, kamen nicht mehr zustande", berichtete Schumacher auf seiner persönlichen Webseite.

Startplatz 20 statt 13

"Wir alle hatten die gleichen Probleme. Aber man muss sich den Gegebenheiten anpassen und Gas geben", so der 34-Jährige, der in seiner schnellsten Runde 0,482 Sekunden langsamer, als Martin Tomczyk zum selben Zeitpunkt. Dass auch von Startplatz 13 kaum Punkte möglich gewesen wäre, interessierte nach dem Warm-Up am Sonntagvormittag nicht mehr: nach einem Motorwechsel musste Schumacher von ganz hinten ins Rennen gehen.

"Wir hatten keine Zeit zur Fehlersuche und Analyse, deshalb haben wir den Motor sofort gewechselt. Bei allem Pesch, mein Team hat wieder ausgezeichnet gearbeitet und den Motor in Rekordzeit getauscht", berichtet der Mercedes-Mann, dem die Folgen von Anfang an klar waren. "Ein Motorwechsel hat, wie auch in der Formel 1, seine Konsequenzen. Ein Startplatz hinten, ganz hinten..."

Dass er dann einen der besten Starts in seiner DTM-Karriere hinlegte, auf den ersten drei Kilometern sechs Autos überholte und sich aus allen Rempeleien heraushielt, brachte ihm während der folgenden 58 Runden nicht viel. "Ohne Probleme konnte ich an Winkelhock heran fahren, aber überholen ist eine andere Sache. Jeder fährt beinhart, ich musste schon eine Gelegenheit abwarten, um nicht selbst dabei zu verlieren", so Schumacher.

Bald auf dem Podium?

Alle guten Vorsätze brachten nichts. "Ich habe Winkelhock hinten leicht berührt, weil er mitten auf der Strecke und viel früher als sonst gebremst hat. Durch diese Berührung ist mein Auto ins Rutschen gekommen, seins auch - und Jamie Green ist innen durch", erläuterte Schumacher seinen Platzverlust, denn er im Laufe des Rennens immerhin wieder gutmachen konnte und das Rennen in Spanien auf Rang 13 beendete.

Über Balanceprobleme, wie sie einige seiner Mercedes-Kollegen hatten, konnte Schumacher nicht klagen. Vielleicht, weil im einfach der Speed fehlte? In seiner schnellsten Rennrunde war er jedenfalls eine halbe Sekunde langsamer als Paul Di Resta. "Unterm Strich war das für unser Team kein herausragendes Rennwochenende, aber wir werden das im nächsten Rennen ändern", verspricht der Wahl-Österreicher. "Die Saison sieht etwas schlechter aus, als sie tatsächlich ist. Die Pace war da. Deshalb wünsche ich mir jetzt noch zwei saubere Rennen mit einem guten Qualifying und einem super guten Start. Dann können wir auch in die Punkte fahren und vielleicht sogar einmal auf das Podium..."

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