Mitten in England haben die Briten eine völlig untypische Rennstrecke gebaut. Norbert Haug erwartet jedenfalls ein spannendes Wochenende.

Gleich vier Fahrer aus dem Kader von Mercedes-Benz bestreiten am kommenden Wochenende ihr Heimspiel in der DTM. Susie Stoddart, Jamie Green, Paul Di Resta und der Tabellendritte Gary Paffett werden in Brands Hatch vor heimischen Publikum antreten und sind - laut Aussage von Motorsportchef Norbert Haug - allerdings nicht mehr motiviert als üblich: "Man kann nicht annehmen, dass sie motivierter sind als bei anderen Rennen. Ein gewisser Heimbonus besteht aber sicherlich..."

Vielleicht stehen seine Schützlinge dennoch unter einem höheren Druck, schließlich wollen sie gerade vor den Landsleuten glänzen. "Trotzdem ist die Motivation überall die gleiche. Die Kenntnis der Umgebung, die Tatsache, dass man um die Ecke wohnt und eine kürzere Anreise hat, das mag eine Verschiedenheit sein. Aber als Profi muss man zu jedem Rennen die gleiche Grundeinstellung haben", so Haug kurz vor dem Wochenende auf der Insel. "Niemand ist ein Roboter und kann deshalb auch nicht von sich behaupten, bei jeder Gelegenheit und überall die gleiche Leistung zu bringen - das kann kein Mensch."

90 Runden im Kreisel

Aus Sicht der Stuttgarter sollten Paffett und Co in England aber eine bessere Leistung zeigen als die Kollegen aus Ingolstadt und diese nach Möglichkeit auch hinter sich lassen. Durch die beinahe Nullrunde von Paffett in der Eifel ist der Rückstand auf Tabellenführer Timo Scheider mittlerweile auf sechs Zähler angewachsen. "Für Mercedes-Benz ist es immer das Ziel, vorne zu stehen. Man muss aber auch immer auf die Gewichte achten, denn in den letzten beiden Rennen hatten wir ein Handicap", erinnert der Mercedes-Motorsportchef. In Brands Hatch werden die alle Neuwagen mit dem identischen Gewicht an den Start gehen - doch nicht nur deshalb wird es unglaublich eng zugehen.

"Brands Hatch ist eine untypische Rennstrecke, dabei aber sehr schön für die Zuschauer, denn die Autos kommen 90 Mal vorbei. Es wird noch enger als üblich, das liegt an der kurzen Rundenzeit. Schon der kleinste Quersteher wird bestraft", weiß auch Haug. Obwohl das Layout der Strecke einfach aussieht, wird es die 20 DTM-Fahrer bis ans Äußerste fordern. "Es ist nicht die klassische Fahrerstrecke, aber gerade von außen leicht scheinende Übungen sind manchmal richtig schwierig. Das wird in Brands Hatch nicht anders sein. Das Rennen wird sehr schnell, man braucht eine gute Balance. Neben dem Norisring ist Brands Hatch sicher die untypischste Strecke - im Vergleich zu den acht anderen Kursen."

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