Bereits nach wenigen Metern war Timo Scheider die Vorentscheidung im Titelkampf nicht mehr zu nehmen. Dem Blitzstart war allerdings viel Arbeit vorausgegangen.

Bereits im vergangenen Jahr war Timo Scheider nicht nur für gute Qualifying-Ergebnisse, sondern auch für zügige Starts bekannt. In dieser Saison ist der Audi-Pilot weit seltener auf der Pole Position anzutreffen - dafür jedoch gelingen ihm die Starts noch besser. Den vorläufigen Höhepunkt bildete der Start in Barcelona, der ihm von Startplatz fünf aus die Führung einbrachte. "Wenn ich den Start bedenke, muss ich meinem Team ein großes Dankeschön sagen", sagte Timo Scheider im Anschluss an seinen fünften DTM-Sieg - hatte das perfekte Zusammenspiel von Fahrer und Fahrzeug doch eine Vorgeschichte.

"Ich habe gestern Abend mit meinem Renningenieur und mit den Mechanikern gesprochen und habe gesagt, dass wir Kupplung und Getriebe wechseln müssen", klärt der amtierende Champion auf. "Wir haben das lange diskutiert, niemand war begeistert, weil das viel Arbeit war, aber es hat sich ausgezahlt. Von Platz fünf aus die Führung zu übernehmen, ist sehr speziell." Nachdem Scheider als alleiniger Erster in die zweite Kurve eingebogen war, konnte ihm niemand mehr gefährlich werden: "Die Boxenstopps, das Auto und die Reifenperformance waren perfekt."

Entspannt nach Hause fahren

Lediglich zu Beginn des Rennens war sich Scheider mit Blick auf den benötigten Rennspeed noch unsicher. "Ich habe zu Beginn stark gepusht, um einen Vorsprung auf Tom zu bekommen. Dann habe ich den Vorsprung auf dem gleichen Niveau gehalten", sagte Scheider. Die letzten Bedenken wurden über Funk ausgeräumt: "Mein Ingenieur sagte, dass ich die Reifen schonen soll. Manchmal schloss Tom auf und ich dachte, ich müsste wieder mehr pushen. Aber es war richtig, entspannt zu bleiben und das Rennen nach Hause zu fahren."

Auch mit Blick auf die Meisterschaftstabelle kann es Timo Scheider entspannt angehen lassen - und durfte bereits Gratulationen von Mercedes-Sportchef Norbert Haug entgegennehmen: Dass ihm Mattias Ekström mit nun zwölf Punkten Rückstand oder Gary Paffett mit gar 14 Punkten Rückstand die Titelverteidigung noch streitig machen können, erscheint unrealistisch.

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