Trotz einer miserablen Ausgangsposition schaffte es Ralf Schumacher auf dem Nürburgring bis in die Punkte.

Für Ralf Schumacher entwickelte sich der Rennsonntag auf dem Nürburgring doch noch positiv. Nach einem verpatzten Qualifying und Startplatz 15 arbeitete sich der Mercedes-Star innerhalb der 48 Runden bis auf den siebten Rang nach vorne und sammelte damit zum zweiten Mal in der laufenden Saison Punkte. Beinahe wäre Schumacher sogar der beste Pilot einer aktuellen C-Klasse geworden - er fuhr deutlich schnellere Zeiten als der technisch angeschlagene Bruno Spengler und kam nur eine halbe Sekunde hinter diesem ins Ziel.

"Ich weiß nicht, ob das mein bestes Rennen war, aber es war schon anständiger als die Rennen zuvor", berichtete Schumacher im Anschluss. Der 34-Jährige fuhr bei seinem 17. DTM-Einsatz die sechstbeste Zeit und profitierte vor allem am Start vom Durcheinander. "Es ging leichter als erwartet nach vorne", bestätigte der ehemalige Formel-1-Fahrer. "Ich konnte vom Tumult nach dem Start profitieren, obwohl mein eigener sehr dürftig war, da ich sehr viel Wheelspin hatte. Als es dann in den ersten drei, vier Kurven zur Sache ging, gewann ich dennoch einige Positionen."

Das restliche Rennen verbrachte Schumacher zum größten Teil hinter seinen beiden Markenkollegen Jamie Green und Bruno Spengler. Für ein Überholmanöver reichte es jedoch nicht: "Vielleicht wäre ich mit aller Gewalt an Bruno vorbeigekommen, aber das stand nicht auf meiner Agenda. Er ist schließlich mein Teamkollege und um in drei oder vier Runden vor dem Ziel noch zu attackieren, lagen wir einfach zu eng beisammen. Wenn man Rundenzeiten fährt, die nur ein paar Zehntel voneinander entfernt sind, geht es nur mit Gewalt..."

Hoffnung für Brands Hatch

Völlig machtlos musste Schumacher mit ansehen, wie Jamie Green kurz vor dem zweiten Boxenstopp einige schnelle Runden in den Asphalt brannte, weg zog und so den nötigen Vorsprung auf Bruno Spengler herausfuhr, der schon einige Runden zuvor stoppte. Zu gerne hätte sich Schumacher im Windschatten von Green gehalten, um ebenfalls vom späten Boxenstopp zu profitieren. "Die 2008er-Autos laufen aber sehr gut, man darf den Gewichtsunterschied einfach nicht unterschätzen. Gerade am Ende vom Stint macht es schon einen Unterschied, was die Reifen anbelangt."

Im Anschluss an den sechsten Saisonlauf in der Eifel darf Schumacher drei Tage lang testen. Doch schon im Rennen probierte er einige Dinge aus: "Mal fahre ich etwas weiter links oder rechts, bremse früher oder später." Auch die Testfahrten sollten ihm helfen. Wenn es dann in knapp drei Wochen in Brands Hatch weitergeht, hofft Schumacher auf ein erneut gutes Resultat: "Hoffentlich kann ich an die Leistung vom Ring anknüpfen. Man kann schon davon ausgehen, dass man um die Punkte mitfahren kann. Wir sind wieder etwas leichter - auf der engen Strecke sollte und das helfen."

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