Dr. Wolfgang Ullrich freute sich über den Vierfachsieg seiner Mannschaft. Für weniger Begeisterung sorgte hingegen der Doppel-Ausfall der Phoenix-Piloten.

Noch vor einem Jahr hatten bei Audi am Nürburgring lange Gesichter vorgeherrscht: Beim Reifenpoker am Start eines von Wetteränderungen geprägten Rennens hatten sich die Ingolstädter hoffnungslos verzockt. Umso besser war die Bilanz nun bei konstanten Bedingungen. "Ein perfektes Wochenende für Audi - ein echter Quattro-Sieg. Vier Autos ganz vorne zu haben, ist immer sehr speziell. Wir haben ein gutes Setup gefunden und man hat gesehen, dass wir unsere Performance von gestern bestätigen konnten", konnte sich der Audi-Sportchef diesmal umso mehr freuen. "Da ich Mercedes sehr stark eingeschätzt habe, freue ich mich umso mehr über unser Resultat."

Lob für Tomczyk und Winkelhock

Insbesondere Martin Tomczyk trug zum Jubel des Österreichers bei. Nach Pleiten, Pech und Pannen zu Saisonbeginn ist Tomczyk wieder zu einer echten Verstärkung im Titelkampf geworden. "Martin hat ein tolles Comeback gezeigt, das war eine große fahrerische Leistung", sagte Ullrich, der nicht nur für den heute erfolgreichsten Neuwagenpiloten, sondern auch für den besten Jahreswagenfahrer lobende Worte übrig hatte: "Aber wir dürfen nicht übersehen, dass auch Markus Winkelhock im Vorjahreswagen ein tolles Rennen gefahren ist - das muss man erst einmal schaffen."

Anders als Winkelhock, der über weite Strecken die Performance der drei vor ihm liegenden Abt-Audi-Boliden mitgehen konnte, hatten es die beiden Phoenix-Piloten hingegen nicht geschafft, ein unbeschadetes Auto über 48 Runden in die Punkte zu bringen. Beim Versuch, Oliver Jarvis in der ersten Kurve zu überholen, kam es durch Alexandre Prémat zu einer Berührung mit weit reichenden Folgen: Beide mussten ihr Fahrzeug mit defekter Radaufhängung abstellen. "Der Zwischenfall zwischen Oliver und Alexandre hat natürlich keine Begeisterungsstürme hervorgerufen. Beide hatten Autos, mit denen sie sicher in die Punkte hätten fahren können - das haben sie verschenkt", sagte Ullrich.

Gesprächsbedarf bei den Phoenix-Piloten

Der Audi-Sportchef kündigt Konsequenzen an: "Ich werde das mit den beiden noch einmal durchsprechen, denn gerade wo sie sich in ihrem Team eigentlich so gut verstehen, darf das nicht passieren. Sie hätten die Chance gehabt, sich in der Meisterschaft weiter vorne zu platzieren. Das wäre auch im Hinblick auf die nächste Saison wichtig gewesen." Während Prémat in der Meisterschaftstabelle nach wie vor keine Punkte vorzuweisen hat, vergab Jarvis die Chance, sich in der Gesamtbilanz gegen Jamie Green als bester Jahreswagenpilot durchzusetzen.

Trotz des Wermutstropfens in Jahreswagenreihen sieht Ullrich dem weiteren Saisonverlauf optimistisch entgegen: "Nur ein Punkt liegt an der Spitze zwischen Timo und Mattias - das ist ein guter Start in die zweite Saisonhälfte. Nun herrscht wieder Gleichstand bei Siegen und Gewicht. Die ausgeglichene Siegbilanz zwischen Audi und Mercedes zeigt, wie eng es bisher in dieser Saison zugegangen ist."

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