Mit einer Pole Position auf dem Nürburgring befreite sich das einstige Qualifying-Ass Martin Tomczyk aus seinem Tief. Bruno Spengler überraschte mit Platz zwei.

Gewohnt überlegen präsentierte sich Audi auch im sechsten Qualifying der Saison - und doch reichte es für die beiden Ingolstädter Speerspitzen Mattias Ekström und Timo Scheider nur zu den Plätzen drei und vier. Stattdessen war es Martin Tomczyk, der nach seiner Bestzeit im freien Training diesmal auch im entscheidenden Moment die Maßstäbe setzte und so seine persönliche Durststrecke beendete. Bruno Spengler überraschte als schnellster Mercedes-Pilot auf Platz zwei, nachdem bereits in der ersten Qualifying-Session zwei seiner HWA-Teamkollegen ausgeschieden waren. Der zweite Platz des Kanadiers steht allerdings noch unter Vorbehalt: Bei der Ausfahrt aus der Boxengasse beging Spengler möglicherweise einen Rotlichtverstoß.

Klare Verhältnisse

Fast gewohnt klar schienen die Kräfteverhältnisse im freien Training. Doch nachdem sich am Morgen noch ein Audi-Sextett an der Spitze präsentiert hatte, ließ zu Beginn der ersten Session zumindest Bruno Spengler aufhorchen. Noch vor Oschersleben-Sieger Timo Scheider setzte sich der Kanadier im HWA-Mercedes auf Platz eins. Nach Spengler und - trotz eines kleinen Ausritts - Mattias Ekström nahm jedoch Martin Tomczyk die Spitzenposition ein. Der zu Saisonbeginn noch so vom Pech verfolgte Bayer bestätigte damit seine Bestzeit vom Vormittag.

Während sich Paul di Resta auf Rang drei als bester Mercedes-Pilot platzierte, geriet ausgerechnet der Meisterschaftsführende in Probleme: Wenige Minuten vor Ende der ersten Session stand Gary Paffett wegen Fehlzündungen des V8-Aggregats in der Box. Auch Ralf Schumacher scheiterte um 15 Tausendstel am Einzug in die zweite Session des Qualifyings. Neben den beiden HWA-Piloten mussten Susie Stoddart sowie die drei Futurecom-Piloten in den 2007er-Mercedes ihren Arbeitstag beenden.

Rückschlag für Mercedes

Die fünf verbleibenden Mercedes-Piloten taten sich schwer gegen die neun Fahrzeuge starke Konkurrenz aus Ingolstadt: So setzte sich zunächst erneut Tomczyk, dann Teamkollege Ekström mit einer absoluten Bestzeit von 1:23.614 Minuten an die Spitze der Zeitenliste. Bereits nach wenigen Minuten steuerte das Spitzentrio aus Ekström, Scheider und Tomczyk die Boxengasse an - schien der Einzug in die dritte Session doch bereits sicher.

Weit mehr anstrengen mussten sich die Mercedes-Fahrer: So kämpfte Paul di Resta auf Rang vier um eine weitere Verbesserung seiner Zeit, wurde jedoch von Tom Kristensen am Ende noch auf Rang fünf verwiesen. Im Sandwich der Audi-Jahreswagenpiloten Markus Winkelhock und Oliver Jarvis rettete sich Bruno Spengler auf Platz sieben und komplettierte die auf zwei Fahrzeuge dezimierte Mercedes-Flotte.

Die auf acht Runden je Fahrzeug limitierte dritte Session läuteten Oliver Jarvis und Tom Kristensen ein, hatten aber mit dem Kampf um die Bestzeit wenig zu tun. Stattdessen unterboten sich Tomczyk, Ekström und Scheider mit ihren Zeiten - mit dem besten Ende für Tomczyk. Ebenso wie der schwedische Champion von 2004 und 2007 ließ er die letzten Minuten des dritten Durchgangs ungenutzt verstreichen, während Scheider auf Rang vier noch hinter Bruno Spengler zwischenzeitlich zittern musste.

Nach der provisorischen zweiten Startreihe blieb es für den amtierenden Champion auch im finalen Schlagabtausch bei Platz vier hinter Mattias Ekström. Stattdessen waren es Martin Tomczyk und Bruno Spengler, die brillieren konnten: Während der kanadische HWA-Pilot auf Platz zwei mehr als nur Schadensbegrenzung für Mercedes betrieb, befreite sich Tomczyk auf der Pole Position endgültig aus seinem persönlichen Zwischentief.

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