Frühe Rückschläge im Rennen, Rückschritte in der Tabelle: Dem von Martin Tomczyk angeführten Audi-Siegerquartett konnte Mercedes nicht viel entgegensetzen.

Zum zweiten Mal in Folge blieb das Podest für Audi-Piloten reserviert: Diesmal war es Martin Tomczyk, der seine gestrige Pole-Position in einen Start-/Ziel-Sieg ummünzen konnte und so seinen vierten Sieg in der DTM feierte. Die beiden Audi-Meisterschaftskandidaten Timo Scheider und Mattias Ekström komplettierten das Podest, gefolgt von Markus Winkelhock im besten Jahreswagen. Schon früh hatte sich das Rennen zu Ungunsten von Mercedes entschieden: Abgesehen von Ralf Schumacher trugen alle HWA-Piloten Blessuren aus der ersten Runde davon. Am Ende mussten sich Bruno Spengler und Gary Paffett mit den Plätzen sechs und acht begnügen.

Frühe Vorentscheidung

Auch diesmal gelang Bruno Spengler ein perfekter Start, bevor Pole-Inhaber Martin Tomczyk die Gelegenheit nutzte, auf Spenglers Linie zu wechseln und so noch vor der ersten Kurve seine Position abzusichern. Während Tomczyk seine Führungsposition manifestierte, büßte Spengler nach einer Berührung mit dem herannahenden Mattias Ekström Positionen ein. Neben Ekström, dessen Fahrzeug ebenso wie das von Spengler deutliche Blessuren davontrug, zogen ausgangs der Mercedes-Arena auch Timo Scheider und Markus Winkelhock an dem kanadischen Mercedes-Piloten vorbei.

Einen schlechten Start ins Rennen erwischte Gary Paffett von Startplatz 16 aus: Noch in der ersten Kurve wurde der Bolide des britischen Meisterschaftsführenden von Audi-Pilotin Katherine Legge umgedreht. Auch Tom Kristensen musste das Feld nach einem unverschuldeten Dreher, hervorgerufen durch eine Berührung mit Paul di Resta, von hinten aufrollen. Nach einem leichten Einschlag in die Leitplanke musste der Däne einen vorzeitigen Boxenstopp einlegen, konnte das Rennen aber vorerst fortsetzen. Auf die scherbenreiche erste Kurve folgte eine zweite Runde unter Führung des Safety-Cars, um die verbliebenen Trümmerteile von der Strecke beseitigen zu können.

Tomczyk setzt sich ab

Trotz des gewonnenen Starts musste Martin Tomczyk vorerst zittern: Vor dem Start schien sich der Bayer ähnlich wie Tom Kristensen in Oschersleben zu weit vorne in der Startbox platziert zu haben. Tomczyk blieb nach einer Untersuchung der Rennleitung allerdings von einer Durchfahrtsstrafe verschont. Während des ersten Renndrittels konnte sich das Ingolstädter Führungsquartett aus Tomczyk, Scheider, Ekström und Winkelhock von den Verfolgern Spengler und di Resta absetzen: Anders als Ekström, dessen lädierte Frontpartie vorne rechts keine größeren Auswirkungen auf die Fahrzeugperformance zeigte, kämpften die beiden Mercedes-Piloten nach den Berührungen der ersten Runde mit Balanceproblemen.

Die Aufholjagd Gary Paffetts wurde durch Friendly Fire in Audi-Reihen beschleunigt: So berührte Phoenix-Pilot Alexandre Prémat seinen Teamkollegen Oliver Jarvis bei einem Überholversuch in Kurve eins so stark, dass beide Audi-Jahreswagenpiloten unmittelbar mit gebrochenen Radaufhängungen ausschieden. Die erste Boxenstoppphase eröffnete Paul di Resta, ohne allerdings noch von seiner Strategie profitieren zu können: Beim Überfahren der Bodenwelle vor der Mercedes-Arena löste sich der Heckflügel von der Mercedes C-Klasse des Schotten. Di Resta verhinderte zwar einen Einschlag in die Reifenstapel, musste sein Rennen aber in Runde 15 beenden. Zwei Runden zuvor hatte auch Tom Kristensen sein Auto wegen der Folgeschäden aus der Startphase abstellen müssen.

Ruhige Schlussphase

Die erste Boxenstoppphase brachte ebenso wenige Veränderungen wie die zweite: So änderte sich an der Reihenfolge des von Martin Tomczyk angeführten Audi-Quartetts nichts; auch Spengler blieb vorerst vor Jahreswagenpilot Jamie Green bester Verfolger aus Mercedes-Reihen. Während des letzten Renndrittels musste Spengler im schwächenden Mercedes-Neuwagen den Briten allerdings passieren lassen und fiel so auf Platz sechs zurück. Gary Paffett war mittlerweile in den Punkten angekommen - eine Position hinter Ralf Schumacher auf Platz sieben.

Zuletzt konnte Tomczyk einem ungefährdeten Sieg entgegenfahren. Zwar versuchten Timo Scheider und Mattias Ekström, in Schlagdistanz zu bleiben. Doch nicht nur ein Ausritt des Schweden verhinderte beugte riskanten Zweikämpfen in der Schlussphase vor. Mit seinem vierten DTM-Sieg rückt Tomczyk auf Platz 15 der Meisterschaftstabelle vor und verkürzt seinen Rückstand auf die Tabellenspitze auf 14 Punkte. Als Nurbürgring-Zweiter gewinnt Timo Scheider mit 35 Punkten die Meisterschaftsführung zurück, gefolgt von Mattias Ekström mit 34 Punkten und Gary Paffett mit 29 Punkten.

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