Seinen Teamkollegen Lauda ließ Ralf Schumacher heute nur mit Verzögerung vorbei. Stattdessen sollen ihm morgen andere den Weg freiräumen...

Nach einem kurzen Ausflug in zumindest theoretisch möglich gewesene Top-4-Plätze am Norisring ist Ralf Schumacher wieder in jenen praktischen Gefilden angekommen, die er bereits aus seiner Zeit im Mücke-Jahreswagen kennt. "Wir sind zu spät auf die Strecke gefahren - das kann im Eifer des Gefechts passieren. Es war ein Missverständnis mit meinem Ingenieur. Auch der Funkverkehr hat nicht ganz funktioniert", sagte Schumacher mit Blick auf die erneute Timing-Panne und den daraus resultierenden 19. Startplatz.

Nach einer turbulenten Aufwärmrunde im internen Schlagabtausch mit Mathias Lauda sah Schumacher, dass es wohl auch ohne das verzichtbare Duell mit dem Österreicher nicht mehr für eine fliegende Runde gereicht hätte: "Mir haben vier bis fünf Sekunden gefehlt. Ich sah auf der Zielgeraden, wie die Ampel umsprang. Auf jeden Fall waren wir konstant verglichen mit dem letzten Jahr." Bereits im vergangenen Jahr war Schumacher beim Zeitfahren an der Nordseeküste nicht über Platz 19 hinausgekommen. Und auch heute räumte er ein: "Ich bin sicherlich nicht eins mit der Strecke."

Auf Abt-Audi-Niveau

So waren die Erwartungen an das Qualifying bereits vorher gedämpft - und doch hätte sich Schumacher zumindest die heutigen Abt-Audi-Regionen zugetraut: "Ich wäre aus eigener Kraft sicher nicht Letzter geworden. Die Top 4 waren unrealistisch gewesen, aber ich hätte mit den Plätzen acht bis zwölf gerechnet." Eine mögliche Strafe durch die Sportkommissare für die Konfrontation mit Lauda hätte zumindest auf Schumachers Startplatz keine Auswirkungen. Und ohnehin bewertet der sechsfache Grand-Prix-Sieger den Vorfall eher milde:

"Ein Missverständnis unter Teamkollegen. Ich habe Mathias sehr spät gesehen, dann war er auch schon vorbei. Und das etwas zu zügig, denn er ist neben die Strecke geraten. Ich räume ein, dass ich ihn vielleicht irritiert habe", sagte der 34-Jährige. Das morgige Rennen geht Schumacher realistisch an, hofft aber durchaus auf für ihn glückliche Fügungen. So hätte Schumacher an dem einen oder anderen scherbenreichen Missgeschick bei seinen Vordermännern nichts auszusetzen.

"Die im Mittelfeld werden mir sicher helfen - einer sticht mir ins Auge." Wer das wohl sein könnte? "Stichwort 100 Jahre." Neben dem zuletzt auf dem EuroSpeedway kollisionsfreudigen Fahrer des "100 Jahre Audi"-A4 hat Schumacher noch weitere potenzielle Helfer im Blick: "Regen wäre auch nicht schlecht, oder Abt Lady Power..."

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