Norbert Haug sieht nach dem Zandvoort-Rennen Gesprächsbedarf. Er kritisierte nicht nur die Audi-internen Positionswechsel.

Auch bei der Pressekonferenz zum Rennen hatte das Thema Stallorder Hochkunjunktur. Während Dr. Wolfgang Ullrich seine Unschuld beteuerte, zeigte sich Norbert Haug weiterhin wenig begeistert von den Positionswechseln um Mattias Ekström. "Ich freue mich über unsere sportliche Leistung. Aber als Sportler habe ich meine Meinung zu den Positionswechseln. Man wird das Thema mit Augenmaß angehen. Ich will nicht ins Detail gehen", sagte der Mercedes-Sportchef.

Er kündigte unabhängig von den Ermittlungen von Rennleitung und DMSB Gespräche mit Ullrich an: "Wolfgang und ich können in Ruhe über dieses Thema reden. Auf der Strecke bekämpft man sich, neben der Strecke findet man gemeinsame Lösungen. Früher haben wir uns über Rempler unterhalten, und auch dieses Thema haben wir ausräumen können." Doch nicht nur die vermutete Teamorder war es, die Haug heute am Verhalten der Ingolstädter kritisierte.

Nicht auf einem Niveau

"Gary war gehandicapt. Oliver fuhr nur so schnell wie er musste - ich habe schon schnellere Boxeneinfahrten gesehen", spielte er auf die gemeinsame Fahrt von Paffett und Jarvis zum ersten Boxenstopp an. "Sich dann aus dieser Umklammerung auch der Futurecom-Wagen zu befreien, macht den Sieg noch wertvoller." An der Leistung der eigenen Mercedes-Truppe hatte Haug nur eines zu bemängeln: "Unsere vier Neuwagen waren nicht durchgängig auf einem Niveau. Das sollte der Fall sein, aber es haben der Start und die verschiedenen Setups eine Rolle gespielt. Bruno war an diesem Wochenende bisher immer stärker als nun im Rennen."

Ebenso wie Paffett zeigt sich auch Norbert Haug mit Blick auf die noch kommenden Rennen so optimistisch wie selten. "Gary hat Klasse gezeigt, auch die Klasse der C-Klasse. Aber das war Gary kann, können auch unsere anderen Fahrer", betonte er. "Letztes Jahr habe ich in Zandvoort gesagt: Ich weiß gar nicht, ob wir teilgenommen haben. Damals waren wir nicht in der Liga, in der wir sein sollten. Nun drei von vier Rennen zu gewinnen, bringt viel Selbstbewusstsein."

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