Wie in den Jahren zuvor präsentierte sich Bruno Spengler auf dem Norisring als schnellster HWA-Pilot. Doch das Zeitfahren bereitete auch ihm Kopfzerbrechen.

Mit einer Pole Position auf dem Norisring hatte Bruno Spengler 2007 seine guten Titelchancen manifestiert, mit einer weiteren Pole setzte er im vergangenen Jahr nach einer bis dahin enttäuschenden Saison ein Ausrufezeichen. Nun musste sich der Kanadier mit einem dritten Platz begnügen. "Das war mein bisher schwierigstes Qualifying in der DTM", bilanzierte der Vizechampion von 2006 und 2007. "In jeder Runde haben die Bedingungen aufs Neue gewechselt, in jeder Kurve war es anders."

Spengler schilderte gegenüber Motorsport-Magazin.com die ständige Verwirrung um die richtige Wahl der Reifen. "Manchmal kommt der Moment, an dem man als Fahrer alleine entscheiden muss, wenn die Zeit für Slicks gekommen ist oder eben nicht. Das Team setzt diese Entscheidung um. Ich habe dem Kommandostand die Streckenbedingungen beschrieben, auch wenn es für mich selbst schwer war, diese bei wechselnden Bedingungen zu analysieren", beschrieb der HWA-Pilot - und präzisierte: "Zunächst sind wir auf Regenreifen auf die Strecke gegangen. Die erste Kurve war fast trocken, in der letzten war es komplett nass. Dann begann es zu trocknen, woraufhin wir auf Slicks gewechselt haben. Plötzlich fing es wieder an zu regnen, die Ideallinie wurde wieder feuchter."

Rätsel um die Rundenzahl

Eine weitere Herausforderung meisterte die HWA-Truppe nur bedingt souverän: "Für das Team am Kommandostand war es brutal schwer, das richtige Timing zu finden." Dies machte sich insbesondere in der dritten Session bemerkbar. "In Q3 war ich auf neuen Reifen draußen, aber dann waren wir uns nicht sicher bei unserer Rundenzahl. Ich musste wieder hereinkommen, weil nicht mehr genug Runden zur Verfügung hatte. Danke an das Team, dass das bemerkt wurde." Dennoch blieb am Ende durch Unachtsamkeiten beim Blick auf die Rundenzahl eine Runde ungenutzt.

"Wir waren uns zwischenzeitlich nicht sicher, ob wir an der vierten Session teilnehmen können. Ich bin im Auto geblieben und gehofft, in Q4 starten zu können. Mental habe ich mich auf diese letzte Runde konzentriert und mich nicht aus der Ruhe bringen lassen", sagte Spengler mit Blick auf die letzten Momente des Qualifyings, mit deren Ergebnis er durchaus leben kann: "Das Qualifying war für uns alle schwer, deshalb ist der dritte Platz nicht allzu schlecht. Ganz zufrieden bin ich nicht, aber für morgen sind alle Chancen da. Ich hoffe, dass die Bedingungen morgen konstant sind - das wäre für die Fans, für das Team und für mich am besten."

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