Auf die Tabellenführung folgt für Timo Scheider am Norisring die Pole Position: Das Projekt Titelverteidigung nimmt Fahrt auf.

Guten Vorsätzen für das Heimrennen war bei Audi seit 2003 immer wieder die Ernüchterung gefolgt. Schon am Samstag schien der erhoffte Sieg immer wieder in weite Ferne zu rücken - bevor nun Timo Scheider mit der Pole-Position für überraschend gute Aussichten sorgte. "Ein kniffliges Qualifying. Zunächst gab es einige Regentropfen, es war entsprechend schwierig, das richtige Setup zu finden. Ich bin happy, dass mein Renningenieur die richtige Entscheidung getroffen hat, denn das war der Schlüssel zum Erfolg", stellte Scheider erneut die gute Zusammenarbeit mit seinem Ingenieur Armin Plietsch heraus.

"Die siebte Pole meiner Karriere hier auf dem Norisring zu feiern, ist etwas Besonderes", bilanzierte der Vorjahreschampion, der nicht nur mit Blick auf die Regenwolken mit widrigen Umständen zu kämpfen hatte: Halsschmerzen und eine schlaflose Nacht wollten nicht zu einer optimalen Vorbereitung auf den Qualifying-Samstag passen: "Auch heute morgen war mir noch etwas schlecht. Ich habe mich nicht gut gefühlt, aber die Ärzte gute Arbeit geleistet. Bis morgen werde ich mich noch einmal von den Ärzten checken lassen."

Zittern in Q3

Nachdem Timo Scheider während der ersten beiden Rennwochenenden die Teilnahme an der vierten und letzten Session jeweils verwehrt geblieben war, nahm der Abt-Audi-Pilot ausgerechnet auf der sonstigen Mercedes-Paradestrecke am finalen Schlagabtausch teil. Dabei hatte auch er zittern müssen. "Wir wussten, dass Mercedes hier konkurrenzfähig ist und es für uns schwierig werden könnte. Bei diesen Wetterverhältnissen sind die Kräfteverhältnisse unklar geblieben", stellte Scheider fest - und wunderte sich über den Fauxpas der Konkurrenz: "Mein Ingenieur sagte mir: \'Du hast schon acht von acht Runden, es sind aber 2:30 Minuten zu fahren\' - ich hatte Angst, dass es für mich nicht reichen könnte. Aber es gab einige bei der Konkurrenz, die nicht richtig gezählt haben."

Nicht nur die bessere Regelkenntnis soll Audi morgen zum ersten Norisring-Sieg seit 2002 verhelfen. Damals hatte sich der spätere Champion Laurent Aiello den Triumph erst in der letzten Runde gesichert. "Ich möchte am Start vorne bleiben", setzt Scheider auf eine diesmal von Beginn an souveräne Vorstellung. "Ich werde mein Bestes geben für den Audi-Heimsieg. Dieser erste Schritt dorthin ist sehr wichtig, denn hier ist es bekanntlich schwierig zu überholen."

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