Dem Schock über die Ekström-Panne wich auch bei Dr. Wolfgang Ullrich schnell der Freude über Tom Kristensens Befreiungsschlag.

Mit versteinerter Miene hatte Dr. Wolfgang Ullrich zwei Runden vor Ende des Rennens noch beobachten wie müssen, wie sich Spitzenreiter Mattias Ekström mit lädiertem Hinterreifen zurück in die Box schleppte. Am Ende wich aber auch beim Audi-Sportchef der Ärger über den unverschuldeten Punkteverlust der Freude über die dominante Vorstellung seiner Mannschaft. "Nachdem wir im letzten Jahr die ersten drei Plätze hier belegt haben, dachte ich, es könnte nicht besser werden. Nun sind sogar vier Audis ganz vorne", stellte Ullrich zufrieden fest.

Dass das Neuwagenquartett dabei dennoch schlechter abschnitt als 2008, trug der Österreicher mit Fassung: "Wir haben aus dem tollen Qualifying-Resultat ein gutes Rennergebnis gemacht. Es ist zwar nicht ganz das herausgekommen, was hätte herauskommen können. Mattias hat das Rennen bis fast zum Ende dominiert. Am Ende hat ein Trümmerteil seinen Reifen beschädigt. Aber auch das gehört zum Rennsport dazu." So freute es Ullrich durchaus, dass er Profiteur der Ekström-Panne ausgerechnet der 2007 und 2008 so vom Pech verfolgte Kristensen war: "Es ist sehr schön, dass Tom dieses Rennen gewinnen konnte, nachdem er vor kurzem verkündet hat, dass dieses DTM-Jahr sein letztes sein wird."

Jahreswagen zurück auf Erfolgskurs

Während die Audi-Neuwagen ihren Mercedes-Pendants ebenso wie schon im Qualifying enteilten, ließen auch die Jahreswagen der Ingolstädter der Konkurrenz keine Chance. Den frühen unverschuldeten Ausfällen von Alexandre Prémat und Mike Rockenfeller standen die Plätze drei und vier für Oliver Jarvis und Markus Winkelhock gegenüber - vor Paul di Resta im besten aktuellen Mercedes: "Oliver Jarvis ist ein tolles Rennen gefahren, er war fast auf der Pace der aktuellen Autos. Auch nicht übersehen will ich Markus Winkelhock, der ebenfalls ein gutes Rennen vom Anfang bis zum Ende fahren wird. Man kann mit Vorjahresautos wieder in die Top 4 fahren."

Trotz der überraschenden Dominanz des aerodynamisch nochmals perfektionierten A4 DTM sieht Dr. Wolfgang Ullrich der DTM keine Langeweile bevorstehen. Schadenfreude empfand er mit Blick auf den schlechtesten Saisonstart der Konkurrenz seit Bestehen der neuen DTM nicht: "Mercedes wird stärker werden bei den nächsten Rennen - so stark wie sie immer schon waren. Ich weiß, dass es in der Meisterschaft einen Kampf bis zum Ende geben wird. Aber wir haben eine gute Basis für den Rest der Saison geschaffen."

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