Mit Blick auf seine Qualifying-Performance hatte Ralf Schumacher zuletzt einige Zweifel aufkommen lassen. Auch am Hockenheim-Samstag blieb er nicht fehlerfrei.

Startplatz um Startplatz hatte sich Ralf Schumacher zu Saisonbeginn im Zeitfahren gesteigert, um schließlich regelmäßig in die zweite Session vorzudringen. Doch die einst so respektable Formkurve des Ex-Formel-1-Piloten im Qualifying hat einen Knick erlitten: Seit Wochen kommt Schumacher über die Regionen des letzten Viertels der Startaufstellung nicht mehr hinaus - und sah sich auch in Hockenheim enttäuscht.

Verhängnisvoller Ausrutscher

"Ich habe mir auf der ersten Runde an den Curbs in Kurve 1 den Splitter beschädigt. Wir haben versucht, ihn mit Tape-Band zu befestigen, aber er war trotzdem noch locker. So hat es keinen Sinn mehr gemacht", erklärt Schumacher seinen mäßigen 16. Startplatz. "Der Splitter ist eines der sensibelsten Teile an einem DTM-Auto." Ohnehin hatte sich der Kerpener nur geringe Hoffnungen auf einen Lichtblick im Zeitfahren gemacht, das ihm in der zweiten Saisonhälfte zunehmend Probleme bereitete.

So beklagt er die mangelnde Konkurrenzfähigkeit der Jahreswagen: "Hier sieht man den Unterschied zwischen Neu- und Gebrauchtwagen sehr stark. Gary hat wieder eine gute Runde hinbekommen; aber wir waren alle im Rahmen unserer Möglichkeiten." Mit Blick auf das morgige Rennen hofft Ralf Schumacher vor allem auf eine erste Runde ohne Zwischenfälle. Zum Hockenheimer Saisonauftakt hatte Schumacher in Kurve eins im Kampf gegen Christijan Albers seine erste Feindberührung in der DTM erlebt.

Fairer Titelkampf gewünscht

"Die Spitzkehre ist ein neuralgischer Punkt. Hier kann man sich leicht verbremsen, wenn die Bremstemperatur und der Grip noch nicht da sind. Zum Glück haben sich aber meine Starts in den letzten Rennen verbessern", stellt der sechsfache Grand-Prix-Sieger fest. Wie schon so oft steht dem Mücke-Piloten eine harte Aufholjagd bevor - auf der möglicher Regen nicht unerwünscht wäre: "Die Wettervorhersagen sind nicht eindeutig - es kann einiges passieren. Für mich wäre Regen eindeutig besser."

Vom 16. Startplatz aus wird Schumacher morgen kaum in die Position kommen, Markenkollege Paul di Resta entscheidende Hilfestellungen zu geben. So hofft der 33-Jährige auf die Fairness der übrigen Piloten: "Paul muss erst einmal an dem anderen Audi vorbei - und in der Hinsicht ist Audi nicht zimperlich. Die zwei Titelanwärter werden ihren Kampf fair austragen, das größere Problem sind die Fahrer um sie herum. Ich hoffe, dass man die beiden ihr Duell fair austragen lässt."

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