Aufregender als erhofft verlief auch für Dr. Wolfgang Ullrich der Samstag. Morgen will der Audi-Sportchef ein Rennen ohne Komplikationen erleben.

Mit nur zwei Meisterschaftspunkten Vorsprung vor Bruno Spengler war Mattias Ekström vor einem Jahr nach Hockenheim gereist - und erlebte eine Zitterpartie. Nachdem bereits Martin Tomczyk nach Reibungsverlusten in der ersten Runde endgültig aus dem Titeldreikampf ausgeschieden war, kämpfte Ekström im Rennen mit deutlichen Handling-Problemen - und setzte sich am Ende dennoch durch. Ein gutes Omen auch angesichts der heutigen Probleme bei Timo Scheider?

Das Maximum erreicht

"Timo hat Nervenstärke bewiesen, nachdem er in der ersten Kurve zu hart über die Randsteine gefahren ist und zurück in die Box kommen musste. Im Auto haben sich einige Teile gelöst, die von den Mechanikern fixiert werden mussten", schildert Dr. Wolfgang Ullrich die Schreckminuten für die gesamte Audi-Mannschaft. Trotz des Fehlers zollt er seiner fahrerischen Speerspitze Respekt: "Als er dann wieder herausgefahren ist, war er zwar in der ersten Kurve langsamer, aber hat ansonsten das Maximum herausgeholt. Er war ganz knapp dran."

Mit Blick auf den morgigen Sonntag hofft der Audi-Sportchef auf ein Rennen ohne unerfreuliche Zwischenfälle - sowohl von eigener Seite als auch von Seiten der Konkurrenz. Die Mercedes-Piloten mahnt er im Gespräch mit dem adrivo Motorsport-Magazin zur Fairness: "Jeder wird versuchen, Druck zu machen. Ich gehe aber davon aus, dass diejenigen, die Druck machen werden, wissen, dass es nur noch zwei Fahrer gibt, die um die Meisterschaft kämpfen. Ihnen sollte man die Chance auf einen fairen Kampf geben."

Schöner Herbsttag gewünscht

Trotz der insbesondere während der zweiten Session überraschend starken Mercedes-Boliden vertraut Ullrich auf jene Performance, die die 2008er-Audi in Hockenheim bereits zum Saisonstart an den Tag legten. "Ich bin überzeugt, dass wir die guten Long Runs von gestern auch im Rennen zeigen können. Es wird einen spannenden Zweikampf zwischen Paul di Resta und Timo geben", kündigt der Österreicher an - und setzt nicht auf Zugeständnisse von Scheiders Teamkollegen: "Ob Eki ihm helfen kann, wird man sehen. Zunächst ist es wichtig, dass ein guter Start erfolgt und die beiden Titelkandidaten untereinander kämpfen können."

Anders als für morgen erhofft, hatte Markus Winkelhock seinem Markenkollegen Scheider gleich zu Beginn des Qualifyings einen Nachteil eingebracht. Winkelhocks Abflug eingangs des Motodroms führte nicht nur zum Abbruch der Session, sondern auch zum vorzeitigen Ende von Scheiders erster fliegender Runde. "Der Nachteil durch den zusätzlichen verbrauchten Reifensatz ist vorhanden. Im Nachhinein ist es immer besser, mehr Reifen zu haben - außer es regnet." Ein Szenario, auf das Dr. Wolfgang Ullrich nach den taktischen Fehlgriffen in Le Mans und am Nürburgring gut verzichten könnte: "Ich hoffe, dass wir morgen einen ähnlich schönen Herbsttag erleben wie heute..."

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