Umgeben vom Jubel um Mattias Ekströms Titel beklagte 2007 Bruno Spengler eine fehlende Fairness der Konkurrenz. Eine Rolle, die diesmal Paul di Resta einnimmt.

Sichtlich hatte Paul di Resta im Titelduell mit Timo Scheider die Jägerrolle genossen. In Le Mans durchkreuzte der Schotte die Pläne einer vorzeitigen Ingolstädter Meisterschaftsfeier - und wies Scheider im Hockenheimer Qualifying in die Schranken. Doch schon die ersten Meter brachten die Entscheidung zu seinen Ungunsten. "Ich hätte einen besseren Start machen sollen", stellte der 22-Jährige ernüchtert fest. "Momentan bin ich nicht glücklich, aber wir müssen mit dem Ergebnis zufrieden sein."

Die beiden Kontrahenten hatten sich über die Saison hinweg auch auf der Strecke stets Respekt entgegengebracht. So fällt es di Resta nicht schwer, seinem Audi-Rivalen zu gratulieren: "Glückwunsch an Timo - er hatte eine fantastische Saison." Mit dem Verhalten von Scheiders Teamkollegen konnte sich di Resta derweil weit weniger anfreunden. Er sah sich abgedrängt und aufgehalten.

Zu weit gegangen

"Timo und ich konnten einen sauberen Kampf austragen. Leider waren die Herren Ekström und Tomczyk heute recht aggressiv, von Audi-Seite war nicht alles fair. Das ist nicht die Art und Weise, wie wir bei Mercedes arbeiten", beklagt der HWA-Pilot, dem am Ende vier Punkte auf Timo Scheider fehlten. "Ekström hat versucht, Timo zu helfen, aber dabei ist er ein bisschen zu weit gegangen. Nach meinem zweiten Boxenstopp hat er vor mir verlangsamt, um mich im letzten Sektor aufzuhalten."

Abseits der bekannten Wortgefechte zwischen den beiden Herstellern zieht Paul di Resta dennoch eine positive Saisonbilanz. "Diese Erfahrung macht mich stärker. Gerade zum Ende der Saison war unsere Performance sehr stark", lobt di Resta den Aufwärtstrend bei den Mercedes-Neuwagen. "Ich werde heute Abend noch mit Bernd feiern. Wir werden ihn sehr vermissen. Die Tage darauf heißt es, zu entspannen..."

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