Deutliche Fortschritte stehen bei Ralf Schumacher weiterhin Baustellen gegenüber. So zollt er Vorbildern aus dem eigenen Team umso größeren Respekt.

Sechs Monate ist es her, dass Ralf Schumacher vor seinem DTM-Debüt in Hockenheim die Erwartungen zu dämpfen versuchte - und sie in den folgenden Wochen dennoch weit übertraf. Und doch gibt es trotz immer wieder überzeugender Vorstellungen des Kerpeners im Rennen unverändert so manche Baustelle. "Ich bin recht zufrieden mit meinen Rennen. Das Qualifying ist schwieriger, hier gibt es noch viel Trainingsbedarf", bilanziert Schumacher. Mehr als einmal war der frühere Toyota-Pilot in den letzten Monaten auf dem letzten Startplatz gelandet. Ein Szenario, das er beim Finalwochenende verhindern will.

Respekt vor Gary

"Es war heute nicht leichter als im April. Ich muss mich immer wieder zurückhalten, wenn ich versuche, schneller zu fahren. Dann verfalle ich in meinen alten Fahrstil - und der macht mich eher langsamer", gesteht Ralf Schumacher. Die Routine von zehn Rennwochenenden in der DTM spürt der sechsfache Grand-Prix-Sieger nur bedingt: "Natürlich habe ich mehr Erfahrung mit dem Auto und dem Team, aber das konnte ich noch nicht wie erhofft umsetzen."

Auch mit Blick auf die Positionslisten präsentierte sich Schumacher an seinem elften Testfreitag in der DTM eher unauffällig - anders als ein Markenkollege aus Persson-Reihen. "Der Testtag war soweit okay. Im zweiten Training die gewohnten Long Runs - nichts Bemerkenswertes. Gary hat extrem gute Long Runs hinbekommen. Im ersten Training hatten die Neuwagen anders als wir keine neuen Reifen genutzt. Deshalb war er relativ weit vorne", beobachtete Schumacher.

Hochachtung vor Bernd

Dennoch zollt er dem Briten den gewohnten Respekt: "Gary hat hier eine sehr gute Runde hinbekommen. An ihm kann man sehen, dass es möglich ist, aber es muss alles zusammenpassen." Mit Blick auf seine weitere DTM-Karriere - hinter der weiterhin ein Fragezeichen steht - dient auch Bernd Schneider als Vorbild. Schumacher würdigt nicht nur die einzigartige Tourenwagenerfolge des Saarländers, der an diesem Wochenende nach mehr als 20 Jahren sein letztes DTM-Rennen bestreitet.

Auch dem Menschen Bernd Schneider gilt seine Hochachtung: "Bernd ist immer auf dem Boden geblieben und einfach ein toller Mensch. Er ist sehr offen seinen Teamkollegen gegenüber. Als ich mit Damon Hill zusammengearbeitet habe, gab es da eine ganz andere Problematik. Wenn es für Bernd einmal nicht optimal gelaufen ist, hat man ihm das nie angemerkt."

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