Beinahe schien sich Bernd Schneider mit seinem Qualifying-Problem arrangiert zu haben - bis er in Barcelona zurückschlug wie in alten Zeiten.

Bernd Schneider gegen das Qualifying - eine seit Einführung der Mercedes C-Klasse in der neuen DTM beinahe unendliche Geschichte. Schon 2004 und 2005 hatten dem Saarländer immer wieder mäßige Ergebnisse im Zeitfahren einen Strich durch die Siegrechnung gemacht. Nur im Titeljahr 2006 entschärfte sich für Bernd Schneider die Qualifying-Problematik - ohne dass es zu Startplatz eins gereicht hätte. Bis zu Schneiders heutigem Triumph im Zeitfahren von Barcelona hatte seine letzte Pole Position vom 27. August 2005 datiert...

"Es ist schön, nach so langer Zeit wieder vorne zu stehen. Ich bin extrem glücklich und hoffe, dass es morgen genauso gut funktioniert", resümierte Bernd Schneider im Dialog mit dem adrivo Motorsport Magazin. Schon am Nürburgring hatte sich für den HWA-Routinier mit dem ersten Sieg seit Brands Hatch 2007 ein Aufwärtstrend gezeigt. Dennoch gibt sich Schneider nicht allzu siegesgewiss: "Gegen einen Start-/Ziel-Sieg hätte ich nichts, aber die DTM ist zu eng, als dass man einfach vorne wegfahren könnte. Am wichtigsten ist ein guter Start."

Doch der Start stellte für den Altmeister in der Vergangenheit ohnehin immer das weit geringere Problem der als das Qualifying. "Es war nicht einfach. Mein Team hat mich recht spät auf die Strecke geschickt, aber diesmal hat es einfach auf den Punkte genau gepasst", sagte Schneider, der sich in diesem Jahr - in früheren Saisons noch undenkbar - bereits mit vierten Startplätzen zufrieden gezeigt hatte. "In diesem Jahr war es nicht unbedingt zu erwarten, dass ich noch einmal auf Pole stehe. Nach dem freien Training war ich recht zufrieden mit dem Auto. Zunächst aber hatte ich noch ein wenig mit dem Grip zu kämpfen."

Mit Blick auf das morgige Wetter, für das eine Regenwahrscheinlichkeit von über 50 Prozent prognostiziert wird, hat der sechsfache DTM-Champion keine Präferenzen. "Das Wetter ist für alle gleich - nur in Situationen wie am Nürburgring, wenn niemand weiß, auf welchen Reifen man losfahren soll, wird es zum Lotteriespiel. Wenn es normal regnet, hat jeder die gleichen Chancen", gibt sich Schneider betont bescheiden. War er doch auch vor drei Wochen in Brands Hatch unter Mischbedingungen zu jener Hochform aufgelaufen, die ihn in der DTM lange zum unangefochtenen Regenmeister machten...

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