Dr. Wolfgang Ullrich zeigte sich nach dem Rennen als fairer Verlierer - und sah zum Ende des Rennens auch aus seiner Sicht nicht zwingend nötige Manöver...

Vor den Bildschirmen der Audi-Box hatte Dr. Wolfgang Ullrich zunächst einigen Grund zum Jubel: Nach einem gelungenen Start von Timo Scheider schien den Ingolstädtern der Sieg erneut nicht zu nehmen. Dann jedoch erwies sich Paul di Resta als der schnellste Mann des Rennens. Der Audi-Sportchef nahm die Niederlage gegen den Schotten im HWA-Mercedes gelassen - und freute sich nach dem Eklat des vergangenen Jahres über gelungenen Sport. "Wir haben ein sehr schönes Rennen gesehen zwischen Paul und Timo", resümierte Ullrich im Gespräch mit dem adrivo Motorsport Magazin.

Viele Runden lang durfte auch der Österreicher hoffen, Scheider seinen Sieg ins Ziel retten zu sehen. Dann jedoch erfolgte im zweiten Stint das befüchtete Überholmanöver. "Paul hat irgendwann einen Weg an Timo vorbeigefunden, was auch daran lag, dass er zwei neu Reifensätze hatte und Timo nur einen", gibt Ullrich zu bedenken. Er sah das Manöver im sportlichen Rahmen: "Es gab einen Kontakt, aber ich denke, dass das noch gerade in Ordnung war. Sie haben es vernünftig geregelt und es war auch gut, dass niemand in den Zweikampf zwischen den beiden eingegriffen hat."

Dass sich die Schlussphase des Rennens überraschend hitzig präsentierte, entging auch dem Audi-Sportchef nicht. "Durch die ganzen kleinen Grüppchen im Mittelfeld, wo es viele Überholmanöver und blaue Flaggen gab, hat es am Ende ein kleines Durcheinander gegeben. Das hat dem Rennen zusätzlichen Pfeffer gegeben. Manche Situationen, wenn man es sich hätte aussuchen können, wären nicht nötig gewesen." Neben Markus Winkelhock und Oliver Jarvis, die jeweils mit Gary Paffett aneinander gerieten, war es insbesondere Mattias Ekström, der für Aufsehen sorgte.

Ein missglücktes Überholmanöver des Schweden, das er zu Beginn der letzten Runde gegen Jamie Green gestartet hatte, rief die Rennleitung auf den Plan. Ekström büßte mit einer Zeitstrafe von 50 Sekunden: "Die Rennleitung hat eine Entscheidung getroffen, ich werde das in Ruhe anschauen und mir dann mein eigenes Bild dazu machen." Die weiteren Rangeleien zwischen Ekström und Green blieben folgenlos: So hatte die Lenkung des blauen Audi A4 bei der ersten Berührung Schaden genommen. Weitere unbeabsichtigte Berührungen im Duell mit Green waren die Folge.

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