Einer der ältesten Kurse im DTM-Kalender war für Ralf Schumacher Neuland. Entsprechend schwierig verlief der erste Diensttag.

Wie schon so oft in dieser Saison betrat Ralf Schumacher auch an diesem Wochenende Neuland - und fand sich in der Provinz wieder. Geschlagene drei Stunden für 40 Kilometer Anfahrtsweg vom Flughafen aus hatte er bereits gestern zu beklagen. Und auch heute lief es für Schumacher nicht wirklich rund. Mit zwei Rängen im hinteren Mittelfeld fuhr Schumacher jeweils zwei teaminterne Niederlagen gegen Maro Engel ein. Und auch für externe Betrachter war während des zweiten Tests deutlich sichtbar geworden, dass sich Ralf Schumacher mit dem 1,929 Kilometer langen Kurs zumindest nicht leicht tut.

"Das Mekka des Motorsports", kommentiert Ralf Schumacher den Austragungsort des achten DTM-Saisonlaufs mit einem Augenzwinkern. "Ich kenne in England sonst nur Silverstone. Und Oxford und Grove. Stichwort Williams - aber nicht dass ich das vermissen würde..." Das Mekka des Motorsports hielt auch für Silverstone-erprobte Formel-1-Fahrer so manche Herausforderung bereit. "Es ist eine sehr anspruchsvolle Strecke - wie man heute gesehen hat", sagte Schumacher - und spielte auf seinen Ausrutscher während des zweiten Tests an...

Zwanzig Minuten vor Ende des Nachmittagstrainings hatte Schumacher mit einem Ausflug in den Kies für eine Schrecksekunde gesorgt. "Ich habe zu spät gebremst. Vielleicht hätte ich die Kurve noch geschafft, aber dann wäre das Risiko zu groß gewesen, dass ich doch noch eingeschlagen wäre. So bin ich auf der Bremse geblieben und einfach geradeaus ins Kiesbett gerutscht." Das Missgeschick blieb ohne größere Folgen: "Wir mussten nur Kies entfernen - ansonsten war mit dem Auto alles in Ordnung. Ich bin langsam neben der Ideallinie in die Box gefahren, um die Strecke nicht unnötig dreckig zu machen."

Lediglich die Reifen des Mercedes-Jahreswagens präsentierten sich spürbar in Mitleidenschaft gezogen, nachdem Schumacher zum Ende des Tests hin noch einmal auf die Strecke gesteuert war. So galt es, bei allem Bemühen um möglichst viele Testrunden für den DTM-Debütanten, wichtige Reifensätze zu sparen: "Wenn die Reifen heiß sind und sich voll Dreck saugen, sind die ersten Runden danach nicht so gut. Eigentlich hätte man die Reifen wegwerfen können." Auch morgen setzt sich für Schumacher die nicht ganz unkomplizierte Abstimmungsarbeit fort:

"Diese Strecke vereint trotz ihrer Kürze alles, was auch längere Strecken haben. Der Kurs ist recht uneben, außerem muss man wissen, wie man schnell über Kerbs fährt. Die Abstimmung ist hier nicht leichter", beschreibt der sechsfache Grand-Prix-Sieger. Sie ist sehr schmal - es ist nicht leicht, mit einem relativ großen Auto die Linie zu treffen. "Die Strecke bietet neben der Ideallinie viel Grip, daneben aber sehr wenig." Bestätigen kann dies auch Heinz-Harald Frentzen: Am Ex-Audi-Piloten, der während seines ersten und einzigen Brands-Hatch-Qualifyings für eine Unterbrechung des Qualifyings sorgte, will sich Schumacher kein Vorbild nehmen...

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