Zwar konnte Bernd Schneider seine Pole nicht in den zweiten Saisonsieg umsetzen. Dennoch freut er sich mit dem Team.

"Ich bin nicht unzufrieden, der Speed war sehr gut - ich hätte gerne noch mehr gekämpft. Aber am Start war schon alles gegessen, auch wenn ich gehofft habe, am Ende noch einmal zurückzukommen", blickt Bernd Schneider auf die nicht schlechte, aber auch nicht brillante Verwertung seiner ersten Pole Position seit 2005 zurück. Der Altmeister hatte den Start schon auf den ersten Metern gegen Timo Scheider verloren, um dann auch gegen Teamkollege Paul di Resta zurückstecken zu müssen. Am Ende blieb Platz drei. "Ich musste lange mit Martin Tomczyk kämpfen, was mich einige Zeit gekostet hat. Totzdem bin ich sehr zufrieden, denn in der DTM ist ein dritter Platz ein gutes Ergebnis."

Aus den zahlreichen Rangeleien der ersten Runden konnte sich der sechsfache Champion entspannt heraushalten: "Vorne war alles aussortiert, für mich war das angenehm, denn ich konnte die letzten Runden ruhiger angehen. Es war aber kein langweiliges Rennen." Nachdem zwischenzeitliche Angriffe auf Martin Tomczyk erfolglos geblieben war, konnte Schneider die entscheidenden Szenen vom Logenrang aus verfolgen. Er sieht sein Team im Meisterschaftskampf deutlich im Aufwind, verweist aber auf die Favoritenrolle der Ingolstädter Konkurrenz.

"Die besten Karten hat Timo, Audi ist außerdem in Le Mans zehn Kilo leichter. Sieben Zähler Vorsprung - das sieht nach einem Vorteil aus. Aber in der DTM kann viel passieren. und aus einem Vorsprung wird leicht ein Rückstand. Dann wäre ich Hockenheim wieder alles offen. Wir geben nicht auf, das hat man heute gesehen", schließt sich der 44-Jährige der Ansicht von Sportchef Norbert Haug an - und sah Mercedes in Barcelona durchaus auch im Performance-Vorteil.

Die in dieser Saison nicht immer begeisternde Mannschaftsleistung der HWA-Piloten präsentierte sich jener im Hause Audi diesmal überlegen: "Bei gleichem Gewicht war Paul der schnellste Pilot, die anderen Mercedes-Fahrer lagen nicht weit zurück. Als Team sind wir unglaublich stark und können viel erreichen - mit diesem Vorsatz gehen wir nach Le Mans." Eine vorzeitige Titelentscheidung will Bernd Schneider hier verhindert wissen - und ist zuversichtlich: So war der Circuit Bugatti bei Schneiders vorzeitigem Titelgewinn 2006 durchaus als Mercedes-Strecke einzustufen gewesen...

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