Am Nürburgring feierte Mercedes ein verfrühtes Weihnachtsfest. Norbert Haug ist rundum glücklich mit dem Ergebnis.

Es war einer der Tage, an denen Norbert Haug mit einem breiten Lächeln durch das Fahrerlager gehen konnte, denn am Nürburgring lief für den Mercedes-Motorsportchef wirklich alles wie geschmiert. Mit dem Sieg von Bernd Schneider wurden bei Mercedes Erinnerungen an alte Zeiten wach. "Das war ein großartiges Ergebnis. Wir haben in dieser Saison vier von sieben Rennen gewonnen", bilanzierte Norbert Haug während der Pressekonferenz. "Klar, es gab berechtigte Zweifel an uns, doch spätestens jetzt sind wir wieder da", sagte Haug.

Als die Audis in der Formationsrunde nach der Reihe, zum Reifenwechseln, die Boxengasse ansteuerten, rieb man sich im Mercedes-Lager wohl erst einmal die Augen, bevor man realisierte was am Nürburgring vor sich ging. "Das fängt ja gut an", war Haugs erster Gedanke. Zugleich musste er der Konkurrenz aber auch recht geben. "Die Entscheidung von Audi war zu 100 Prozent die Richtige. Die Performance war danach ja da und das Rennen tat der DTM wirklich gut", so Haug. Vor allem von der Ausgeglichenheit im Feld zeigt er sich beeindruckt.

Für ein anderes Highlight sorgten auch die Jahreswagen bei Mercedes. Mit den Plätzen vier und acht, von Gary Paffett und Ralf Schumacher, konnte man für eine Überraschung sorgen. "Ralfs erster Punkt und das bei diesen schwierigen Bedingungen. Das ist eine tolle Leistung für einen \'DTM-Lehrling\'", sagte Haug. Aber auch insgesamt habe das Team einen ausgezeichneten Job gemacht.

Nach dem Rennen in Zandvoort blieb Kritik gegenüber Mercedes natürlich nicht aus. Der beste Mercedes lag mit Bruno Spengler lediglich auf dem fünften Rang. "Die Kritik an uns kam natürlich zu Recht, doch hier hat alles gepasst. Wir haben gezeigt, dass man innerhalb von 14 Tagen alles umdrehen kann und Bernd Schneider hat gezeigt, dass er noch immer gewinnen kann", so Haug. Vergleiche mit der Formel 1 bleiben nicht aus. "Er hat mich an Lewis Hamilton in Silverstone erinnert. Bernd ist noch immer der Rainman. Aber auch die anderen Piloten haben tolle Arbeit geleistet."

Ein wenig in Schneiders Schatten stand am Ende des Rennens der Schotte Paul di Resta, der aber eine nicht minder beeindruckende Leistung an den Tag gelegt hatte. Der HWA-Pilot konnte sich vom zwölften Startplatz nach vorne kämpfen und erreichte als zweiter das Ziel. "Es war einfach eine starke Mannschaftsleistung", sagte Norbert Haug. Dass Mercedes auch in Brands Hatch ein ähnlich leichtes Spiel haben wird wie zuletzt auf deutschem Boden ist eher unwahrscheinlich, nicht zuletzt durch die Zusatzgewichte die einem erwarten. "Eine Hilfe ist das natürlich nicht. Wir müssen erst sehen wie die Bedingungen sein werden."

Eine Kombination aus Speed, Taktik und Cleverness seien der Schlüssel zum erneuten Erfolg. "Wir sehen es entspannt, denn die Meisterschaft ist völlig offen, es gibt noch immer mehr als einen Titelaspiranten, was man sich nach dem ersten Rennen der Saison nicht gedacht hätte."

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