Ralf Schumacher durfte sich nach dem siebten Saisonrennen über seinen ersten Punkt freuen. So soll es auch in Brands Hatch weitergehen...

In seinen ersten sechs DTM-Rennen blieb Ralf Schumacher ohne Punkte - erst beim siebten Anlauf und auf ihm sehr bekannten Gelände wollte es klappen. Zuvor sorgte das festgelegte Regelwerk und ein Audi-Unfall für den bisher besten Startplatz seiner noch kurzen Karriere, dann sicherten ein fehlerfreies Rennen und eine gute Strategie den achten Platz und damit ein erstes zählbares Resultat.

"Bisher hatten wir schon zwei Mal die Möglichkeit auf Punkte. Beim ersten Mal hatten wir etwas Pech, heute haben wir den Zähler selbst herausgefahren", sagte ein wie immer gut gelaunter Schumacher nach dem Rennen. Über lange Strecken hielt sich der Mercedes-Star aus eigener Kraft unter den besten Acht - erst als es am Ende zu regnen begann und man bei Mücke auf Regenreifen setzte, wurde es kritisch. Im Endeffekt war die Entscheidung für einen dritten Boxenstopp aber vollkommen richtig...

"Für Leute wie Mathias [Lauda] war die Weiterfahrt auf Trockenreifen die richtige Option, denn nur so konnte man überhaupt nach vorne kommen", so der ehemalige Formel 1-Pilot über seinen Kollegen, den er zwei Runden vor dem Ziel überholte und aus den Punkterängen verdrängte. "Auf Trockenreifen hat man in den letzten fünf oder sechs Runden sehr viel Zeit verloren. Es machte einfach keinen Sinn, die richtige Entscheidung waren Regenreifen."

Doch Schumacher war nicht nur im Nassen schneller unterwegs - auch bei trockenen Bedingungen konnte der Jahreswagen-Pilot erstaunlich gut mit der Neuwagen-Konkurrenz mithalten. "Anscheinend ist der Nürburgring mir und meinem Auto sehr entgegen gekommen", erläuterte der 33-Jährige. "So kam Bruno zwar an mir vorbei, konnte daraufhin aber nicht wegziehen. Nur bei den Boxenstopps haben wir viel Zeit verloren..."

Ausschlaggebend war sicherlich auch die Fehlentscheidung von Audi: Schumachers Gegner bestraften sich in der Anfangsphase selbst, nur Timo Scheider und Mattias Ekström schafften es noch zurück in die Punkte. Ihre Reifenentscheidung konnte der Salzburger jedoch verstehen: "Sie sind viel Risiko eingegangen, unter Umständen hätte ich es ähnlich gemacht. Es konnte niemand wissen, dass es trocken bleibt." Schließlich begann es während des Vorstarts schon leicht zu nieseln - am Nürburgring ein sicheres Zeichen für einen anstehenden Wolkenbruch.

Nach einem erfolgreichen Auftritt auf dem - ihm bestens bekannten - Eifelaner Rundkurs, betritt Schumacher nach der Olympia-Pause völliges Neuland. "Ich war noch nie in Brands Hatch, ich hoffe dort geht es so weiter wie hier. Man muss einfach mal schauen, wo wir dort stehen werden", meinte Schumacher. "Immerhin muss ich dort wieder nur vier Kurven lernen..."

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